Vor 16 Jahren endete meine Bundestagszeit. Seitdem immer wieder die Frage, was ich so mache. Hier exemplarisch die letzten sechs Wochen.
Meine Friedenswochen Juni / Juli 2025, Winfried Nachtwei
02./03.06.2025 Sitzung des Beirats Zivile Krisenprävention (ZKP) & Friedensförderung
(a) intern: Aktuelle politische Entwicklungen; Update zum Berlin Peace Dialogue 2025, der Jahreskonferenz des Beirats am 9. Oktober, dieses Mal im BMVg; Grundsatzfragen; Updates aus den Arbeitsgruppen Menschenrechte, Kohärenz, Klima;
(b) als Jour Fixe mit den Vertreter:innen des Auswärtiges Amt, BMZ, BMI, Bundeskanzler-amt, Umweltministeriums im Ressortkreis ZKP im Auswärtigen Amt: Handlungsempfehlungen aus der Enquete-Kommission aus Sicht des BMI, Referat B4; Berlin Peace Dialogue; Strukturelle Veränderungen in den Ressorts; Updates aus dem Beirat und den Ressorts (Stand der Krisenleitlinien)
03.06. Feierstunde zum Tag des Peacekeeping im Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal, am Gendarmenmarkt auf Einladung der Minister des Auswärtigen, der Entwicklungszusammen-arbeit und des Inneren: Würdigung der militärischen, polizeilichen und zivilen Teilnehmer:in-nen an Krisen-/Friedenseinsätze nicht wie in den letzten drei Jahren durch die Minister:innen, sondern durch die AA-Staatsministerin Serap Güler und die Staatssekretäre Nils Hilmer (BMVg) und Hans-Georg Engelke (BMI). Stellvertretend ehren diese „ihre“ drei Peacekeeper und stellen sie im Gespräch gemeinsam mit den Vorsitzenden der jeweiligen Bundestags-ausschüsse vor:
BMI (insgesamt 60 Polizistinnen und Polizisten in 13 Missionen in 11 Ländern)
– Kriminaloberkommissar Mark Brunner, Reporting and Information Officer, EU Monitoring Mission in Armenien (EUMM)
– Erster Polizeihauptkommissar Markus Fritz, UNSOM Somalia (für Polizeidirektor Ralf Schröder, Police Commissioner, UNSOM)
– Leitende Polizeidirektorin Silke Sielaff, Head of Operations, EUPM Moldova
(In diesem Jahr ist das BMI der Veranstalter. Auffällig ist heute die besonders zahlreiche Teilnahme von Polizist:innen.)
AA (171 zivile Expertinnen und Experten, die meisten zzt. bei EUAM in der Ukraine sowie beim OSZE-Sekretariat in Wien)
– Jörg Krempel, EUPOL COPS, stellv. Missionsleiter, Israel und Palästinensische Gebiete
– Petra Neuman, Schadensregister für die Ukraine, Europarat, Niederlande (junges Projekt im Aufbau, Opfer im Mittelpunkt, digitale Plattform, > 23.000 Schadensmeldungen in 2024)
– Cornelia Taylor, stellv. Leiterin OSZE-Mission Kosovo (fast 500 Mitarbeiter, 15 Regional-büros, wichtige Rolle bei Konfliktprävention) (Anm.: Vor 10 Jahren begegnete ich Frau Taylor erstmalig beim Bellevue-Forum des damaligen Bundespräsidenten Gauck zu zivilem Missionspersonal. Wie jetzt brachte sie auch damals ihre Erfahrung mit einer kurzen Situation plastisch rüber.)
BMVg (ca. 1.000 Soldatinnen und Soldaten in neun Missionen)
– Kapitänleutnant Selina Marie Kraft, Erster Schiffseinsatzoffizier (See) und Military Assistant des Commanders Maritime Force Land, UNIFIL, Libanon
– Oberstleutnant Bruno Lingner, Senior Military Logistics Adviser, MINURSO, Region Westsahara (bisher 7 Auslandseinsätze, 2.500 Einsatztage)
– Hauptfeldwebel Thora Sude, Materialbewirtschaftungsfeldwebel, KFOR.
Persönliche Gespräche mit C. Taylor und OTL B. Lingner.
Der „Tag der Peacekeeper“, inzwischen des Peacekeeping, fand erstmalig 2013 statt, angeregt von der ZIF-Direktorin Almut Wieland-Karimi und den DGVN-Vorstandsmitgliedern Ekkehart Griep und W. Nachtwei. Jahr für Jahr kommen zu der Feierstunde so viele Friedenspraktiker zusammen wie bei keiner anderen Gelegenheit. Die geehrten Peacekeeper sind Hoffnungsträger, die Mut machen. Überschattet wird die Veranstaltung von der Tatsache, dass die Tagesmedien hierüber notorisch nicht berichten. Im Unterschied zum BMI und BMZ berichtet das AA auf seiner Website in diesem Jahr erstmalig nicht über die Feierstunde. (Meine Berichte von allen Feierstunden auf www.nachtwei.de )
03.06. „Frieden retten!“ Vorstellung und Panel zum Friedensgutachten 2025 im Haus der EKD am Gendarmenmarkt
04.06. Für die Wiedereinsetzung eines Unterausschusses zum Auswärtigen Ausschuss des Bundestages mit einem Schwerpunkt zu ziviler Krisenprävention: Schreiben an die Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses, mit denen ich in der Enquete-Kommission zu Afghanistan zusammengearbeitet hatte. Ausdrücklich positive Antworten von AA-Staats-ministerin Serap Güler, CDU/CSU, und Derya Türk-Nachbaur, SPD.
04.06. „Gesichter des Lebens“ Eröffnungsveranstaltung zur Fotoausstellung von Daniela Skrzypczak + Jürgen Görlich mit mehreren einsatzgeschädigten und anderweitig versehrten Soldat:innen im vhs-Forum Münster, Führung durch die Ausstellung. (Gemeinschaftsveranstaltung von VHS Münster, Friedensbüro der Stadt Münster, 1. Deutsch-Niederländisches Corps, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge)
06.06. Leserbrief an die FAZ zur „Fremde Federn“ Kolumne „Wir dürfen Afghanistan nicht alleinlassen“ von Almut Wieland-Karimi und Carlo Masala (vollständig veröffentlicht am 23. Juni unter der Überschrift „Stilles Massensterben in Afghanistan“), am 24.06. gepostet auf www.facebook.com/winfried.nachtwei : „Mein Leserbrief „Stilles Massensterben“ zur Kolumne „Wir dürfen Afghanis2an nicht alleinlassen“ von Almut Wieland-Karimi + Carlo Masala in der FAZ: für eine realitätsnahe, verantwortliche + wirkungsorientierte deutsche Afghanistanpolitik. So überlebensnotwendig humanitäre Hilfe ist, so falsch ist es, auf jede Art von Entwicklungszusammenarbeit zu verzichten. Um Handlungsmöglichkeiten zu Gunsten der Menschen, nicht des Taliban-Regimes erkennen + wahrnehmen zu können, wäre ein Verbindungsbüro ein zentraler erster Schritt. Genauer Hinsehen + nüchterner Wirkungsorientierung – daran mangelte es immer wieder in den 20 Jahren des AFG-Einsatzes. Das ist jetzt überfällig.“und Linkedin, am 06.07. auf www.domainhafen.org
06.06. Zu 20 Jahren Beirat der Zivile Krisenprävention der Bundesregierung: Persönliche Aufzeichnungen zu den Anfängen I 2002-2005, II 2006 auf www.domainhafen.org, auf Facebook bebildert: „Seit 20 Jahren besteht der Beirat Zivile Krisenprävention & Friedensförderung der Bundesregierung. Seit 2005 nahm ich als MdB-Gast teil, seit 2010 bin ich berufenes Mitglied. Fotos: a) Beiratsmitglieder (nicht alle) mit Vertretern des AA, BMZ, BMVg, BMI, BMU, Kanzleramt (Foto Niemietz); meine persönlichen Aufzeichnungen aus dem parlamentarischen Maschinenraum aus der Anfangsphase des Beirats + Politikfeldes auf www.domainhafen.org ; b) www.beirat-zivile-krisenpraevention.org mit den jetzigen (re.) + vorherigen Vorsitzenden; c/d) die Mitglieder; e) vom Tag der ersten Sitzung + 2011; f) Austausch mit dem Unterausschuss ZKP + vernetztes Handeln (mit bekannten Gesichtern) 2014; nach den Leitlinien von 2017 bekam der Beirat endlich eine Unterstützungsstruktur und damit erhebliche Arbeitsmöglichkeiten: 2019 beim ersten Berlin Peace Dialogue; g/h) bewährte Stellungnahmen und Studien.“
10.06. Eröffnung der Ausstellung „War up close“ („Krieg hautnah“) in der Bezirks-regierung Münster anlässlich der 7. Deutsch-Ukrainischen kommunalen Partnerschaftskon-ferenz in Münster. Am 12.06. auf meiner Facebookseite: „Mit 360°-Panoramen, Drohnen-aufnahmen und 3-D-Modellen kommen Besucher:innen hautnah in kriegszerstörte Wohngegenden. Bericht + meine Rede unter www.domainhafen.org . Fotos: b) Grußwort von Regierungspräsident Andreas Bothe, Mitte Olga Stromberger, Vorsitzende des veranstaltenden Vereins UAre – Ukraine-Hilfe aus aller Welt; c) Maria Akhrameshina singt leidenschaftlich ukrainische Lieder, die unter die Haut gehen; d) Kernbotschaft: Wer Frieden will, muss HINSEHEN, darf nicht Wegsehen. Mit Worten des fast hundertjährigen Magers Vestermanis aus Riga; e) über eine VR-Brille kommen die Kriegszerstörungen sehr nah. Ankündigung der Veranstaltung mit Boris Zabarko, Holocaust-Überlebender aus der Ukraine, Historiker, seit mehr als drei Jahren erneut von Krieg + Terror bedroht.“
12.06. Eröffnung der Ausstellung „Verloren – gefunden“ im Kirchenfoyer am Lamberti-kirchplatz in Münster: 15 großformatige Fotos von aus der Ukraine Geflüchteten und in Greven bei Münster Aufgenommen mit Texten zu Verlust und Finden.
13.06. Boris Zabarko, 91 Jahre, Holocaust-Überlebender aus der Ukraine, Historiker und Präsident der ukrainischen Vereinigung der jüdischen ehem. Ghetto- und KZ-Häftlinge, in der Erlöserkirche in Münster (Bericht von seinem Besuch im Münsterland im letzten Herbst am 04.11.2024 auf https://domainhafen.org/2024/11/04/boris-zabarko-ueberlebender-historiker-des-holocaust-in-der-ukraine-vor-tausenden-im-muensterland-erinnern-fuer-die-gegenwart/
15.06. Erster deutscher Veteranentag, Besuch der zentralen Veranstaltung am Deutschen Bundestag in Berlin, Sehr gut besucht, sehr viele Begegnungen. 2013 hatte die grüne Bundestagsfraktion als erste ein Fachgespräch zur Veteranenpolitik. Im Mai 2012 hatte ich erstmalig einen Vorschlag für einen „bunten Rückkehrertag in Uniform und Zivil“ veröffentlicht: http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&catid=2-77-120&aid=1143 .
18.06. „Zum Manifest der SPD-Friedenskreise: Verantwortliche Friedenspolitik oder friedenspolitisches Wunschdenken? HINSEHEN!“ auf www.domainhafen.org , auf www.facebook.com/winfried.nachtwei : „Das Manifest der SPD-Friedenskreise und meine Anmerkungen: „Verantwortliche Friedenspolitik oder friedenspolitisches Wunschdenken? HINSEHEN!“ auf www.domainhafen.org Fotos: a) Titelseite des Manifests; b/c) Russischer Kommentar zu Gemeinsamer Sicherheit und KSZE-Grundprinzipien; d) erste Seiten meiner Anmerkungen; e) jüngste YouGov-Umfrage, in der eine Frage fehlt: „Haben Sie das Manifest gelesen?“ f) klare Worte von Bischof Stefan Zekorn/Münster, Mitglied der Kommission Weltkirche der Dt. Bischofskonferenz; g) Mahnwache vor der Ausstellung „war up close“: Wer Frieden will, muss HINSEHEN.“ Verschickung an ausgewählte Adressaten in Berlin.
19.06. Interview mit L.C. zu den MdB-Jahren 2006-2009 im Rahmen unseres Buchprojekts zu meiner kurvenreichen friedens- und sicherheitspolitischen Langstrecke seit 1965
21.06. Virtuelle Sitzung der BAG Europa von Bündnis 90/Die Grünen, AG Verteidigungsprogrammatik zum europäischen Beschaffungswesen, Zivilschutz bei europäischen Nachbarn
23.06.2025 Sitzung des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Bonn (ehem. Kanzleramt). Schwerpunkt: Beratung der „Bonner Erklärung“ zu 80 Jahren UN-Charta.
26.06. Vor 80 Jahren Unterzeichnung der UN-Charta auf meinen Facebook- und Linkedin-Seiten: „26. Juni 1945, heute vor 80 Jahren, 49 Tage nach Weltkriegsende in Europa Unterzeichnung der UN-Charta durch 50 Gründungsstaaten, SCHLUSSOLGERUNGEN aus Weltkrieg + Völkermorden für eine friedlichere Zukunft: Internationales Gewaltverbot, Grundprinzipien für Frieden zwischen den Staaten, friedlicher Interessenausgleich, gemeinsam gegen Friedensstörer, Nie mehr wehrlos, nie mehr allein sein! (Entschuldigung: Die Bilder haben sich anders sortiert.) b) Aufruf zur Rückbesinnung auf die UN-Charta, unterzeichnet von 300 hochrangigen ehem. UN-Beamten (die „Bonner Erklärung“ der DGVN unter www.dgvn.de ); c) die Charta-Artikel zur internationalen Friedenssicherung; d) herausragende Persönlichkeiten der UN-Friedenssicherung, darunter die Deutschen Martin Kobler + Joachim Rücker; e) weitere UN-Vorkämpferinnen und -Unterstützer; f) Tag des Peacekeeping 2025 in Berlin: Würdigung von Frauen + Männern aus Friedensmissionen in Uniformen + Zivil; g) 25-Jähriges des VN-Ausbildungszentrums der Bundeswehr in Hammelburg 2024; h) die deutschen UN-Leitenden Stefan Feller + Martin Kobler, die Anstoßgeber des Tages der Peacekeeper Almut Wieland-Karimi, Ekkehard Griep + ich beim ersten 2013.
Unterzeichnung des „Aufrufs zur Rückbesinnung“ auf die UN-Charta (s.o.)
26.06. „Hybride Bedrohungen heute und morgen: Wie vorbereitet ist Deutschland?“ 10. Sicherheitspolitischer Dialog der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und Bundes-akademie für Sicherheitspolitik (BAKS) in Berlin Pankow
26.06. Verabschiedung von Generalleutnant Bernd Schütt, Befehlshaber des bisherigen Einsatzführungskommandos, Empfang und Großer Zapfenstreich im Bendler-Block in Berlin
28.06. Lesung von Dominik Wullers aus seinem neu erschienenen Buch „Ich bin Deutschland“ über den Weg eines schwarzen Deutschen von Ausgrenzungserfahrungen zur Befürwortung eines „liberalen Patriotismus“ im vhs-Forum Münster. Vorher Führung durch die Ausstellung „Digital Arts“ von Hauptfeldwebel Andreas Steinkat durch ihn selbst. Er war mehrfach in Afghanistan in Einsatzlazaretten eingesetzt und als Verwundetenretter unterwegs. Er erkrankte an einer PTBS, konnte eine Kunsttherapie wahrnehmen, die für ihn der Durchbruch zurück ins Leben war.
30.06./01.07.2025 „Friede diesem Haus“ Tagung der Deutschen Bischofskonferenz / Sekretariat Bereich Weltkirche & Migration, und der Deutschen Kommission Justitia et Pax zum Friedenswort der deutschen Bischöfe vom Februar 2024: Panel zur Resonanz aus katholischer Perspektive, aus der Ökumene, aus friedenswissenschaftlicher und sicherheits-politischer Sicht. U.a. mit Bischof Bertram Meiner, Jörg Lüer (Geschäftsführer Justitia et Pax), Prof. Johannes Frühbauer, Gerold König (Bundesvorsitzender Dt. Sektion von Pax Christi), Regina Bombe (Geschäftsführerin der Gemeinschaft Kath. Soldaten), Oberkirchen-rätin i.R. Antje Heider Rottwilm (Church and Peace), Dagmar Pruin (Präsidentin Brot für die Welt), Prof. Ulric Schneckener (Vorstandsvorsitzender Dt. Stiftung Friedens-forschung), Constanze Stelzenmüller (Direktorin Center on the United States and Europe), Generalmajor Wolf-Jürgen Stahl (Präsident der BAKS) usw. Betont werden die zwei Traditionsstränge der katholischen Friedenslehre: der christlich motivierte Pazifismus mit seinem umfassenden Gewaltverbot und die kritisch-konditionierte Gewaltlegitimation mit der Absicht, Gewalt zu beherrschen und zu minimieren. Dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Traditionssträngen und der jeweiligen gesellschaftlichen Rolle (Individuum und zivilgesellschaftliche Gruppen einerseits, Politik in staatlicher Verantwortung mit Schutzverantwortung für die Bürger:innen andererseits) ist oft zu wenig bewusst.
01.07. Erweiterter Vorstand von „Lachen helfen“, der Initiative von Soldaten und Polizisten in Krisen- und Kriegsgebieten, in Düsseldorf-Hubbelrath: Vorbereitung der 30-Jahrfeier in 2026
02.07. Vorbereitungsteam der Villigster Afghanistan-Tagung: Vorbesprechung zur 39. Jahrestagung am 17./18.10. in Berlin
03.07. Besuch der Geschäftsstelle von Pro Peace (vormals ForumZFD) im „Friedenshaus“ in Köln: Vorstellung der Arbeitsbereiche, intensives Gespräch mit Alexander Mauz, Vorstandsvorsitzender, und Christoph Bongard, Leiter Kommunikation & Politik, über die aktuellen multiplen Krisen und Bedrohungen für das Arbeits- und Politikfeld Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung und mögliche Perspektiven.
Post von Christoph Bongard / Pro Peace auf Linkedin: „Wir haben uns sehr gefreut, mit Winfried „Winni“ Nachtwei (MdB a.D.) einen der wichtigsten politischen Vordenker und Möglichmacher der Zivilen Konfliktbearbeitung und Friedensförderung in e Kölner Geschäftsstelle von Pro Peace zu begrüßen. Danke für einen intensiven Austausch zu aktuellen Herausforderungen für die Zivile Konfliktbearbeitung. die heute stärker denn je politisch unter Druck steht und gerade jetzt so wichtig ist.“
(In den Folgetagen Überarbeitung meines Textes „Die Friedensbewegung der 80er Jahre, fundamentale Umbrüche seitdem: Bemühen um Erfahrungslernen“ vom 28. Oktober 2023 (40 Jahre nach der Hoch-Zeit der damaligen Friedensbewegung), https://pzkb.de/die-friedensbewegung-der-80er-jahre-fundamentale-umbrueche-seitdem-bemuehen-um-erfahrungslernen/
03.07. 51. (virtuelle) Sitzung der AG Bundeswehr in der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationales von Bündnis 90/Die Grünen, Schwerpunktthema Bilanz des ersten Veteranentages in Deutschland mit Kapitän zur See Stephan Küttler, Referatsleiter „Betreuung und Fürsorge“ im BMVg
05.07. In Potsdam LAG Frieden, Entwicklung, Migration von Bündnis 90/Die Grünen in Brandenburg ( https://gruene-brandenburg.de/lagen/ ) zu „Grüne als Friedenspartei“ mit Nicole Lauterwald, Vorsitzende von „gewaltfrei grün e.V.“ und Winni Nachtwei, angekündigt als grüner Friedens- und Sicherheitspolitiker, Gründungsmitglied der BAG Frieden & Internationales, Ko-Koordinator der AG Bundeswehr seit 2020: Nach der Beantwortung von vier Schlüsselfragen durch die Referent:innen zum Teil konsensuale Aussprache (grundsätzliche Vorteile gewaltfreier Ansätze), zum Teil sachliche Kontroverse um die Wahrnehmung von Sicherheitsbedrohungen und den Umgang mit ihnen angesichts des russischen Eroberungskrieges, der hybriden Angriffe auf das demokratische Europa, dem Rückzug der Trump-USA aus transatlantischer Verlässlichkeit und der Ausbreitung des (Un-)Rechts der Stärkeren. Mein Schlusswort: Hinter unseren friedenspolitischen Dissensen steht ein unterschiedlich akzentuiertes Menschen- und Weltbild; sehr viel geholfen wäre mit einer Rückbesinnung auf die UN-Charta, die die zentralen Prinzipien eines friedlichen Zusammenlebens der Staaten und Völker und des Umgangs mit Friedenstörungen und Aggressionen beinhalte. (Bericht von Nicole auf https://www.gewaltfrei-gruen.de/aktuelles/ )
06.07. Zum vermehrten russischen Luftterror gegen die Ukraine: Auf www.facebook.com/winfried.nachtwei : „WEGSEHEN? HINSEHEN? Die täglichen Horrornachrichten von den immer umfassenderen russischen Luftangriffen gegen die Ukraine und ihre Zivilbevölkerung sind für viele zum Wegsehen. Wer aber (wieder) Frieden in Europa haben will und nicht noch mehr Unfrieden, muss HINSEHEN. Hier nach der Terrornacht des 3.-4. Juli aus Kiew eine Tatzeugin und Tatzeugnisse, die ich auf den Seiten ukrainischer Freundinnen gefunden habe.“
07.07. „Festabend Annalena Baerbock“ der grünen Bundestagsfraktion im Restaurant des Jakob-Kaiser-Hauses im Deutschen Bundestag: Nichtöffentliche Verabschiedung von Annalena nach 12 Jahren in der Bundestagsfraktion und dreieinhalb Jahren als erste Frau im Amt der deutschen Bundesministerin des Auswärtigen. Die Laudatorin Katharina Dröge, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, spricht lebhaft-herzlich zur persönlich-zwischenmensch-lichen Dimension, zu den herausragenden Stärken und Leistungen Annalenas, ihrer Denk-schnelligkeit, ihres Verhältnisses zu den Menschen an schwierigsten Orten, zu einer Außenministerin, die in Osteuropa verlorenes Vertrauen in Deutschland wieder zurück-gewann. Annalena erinnert mit bester Stimmung und Tempo an Stationen und Mitstreiter:innen ihres Weges, dabei ausdrücklich an Frauensolidarität über Parteigrenzen hinweg. Eine Station war um 2008 ihre Arbeit als außen- und sicherheitspolitische Referentin der Bundestagsfraktion. An ihren damaligen „Chef“ Winni erinnert sie lobend. (Ich habe ihr vorher eine kommentierte Fotosammlung u.a. zum G-7-Außenministertreffen 2022 in Münster und zu Begegnungen bei 20 Jahre ZIF und Tag des Peacekeeping übergeben: „Du standest, Du stehst für Wehrhaften Frieden!“) Unter den Gästen sind auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die Vorsitzenden der Unions- und SPD-Fraktion Jens Spahn und Mattias Miersch, Außenminister Johann Wadepuhl, Armin Laschet (Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses) , die ehem. Innenministerin Nancy Faeser, Katja Kipping, langjährige MdB und Parteivorsitzende der Linken. (Bilder auf Facebook und Linkedin)
09.07. Parlamentarisches Fachgespräch „Ist die Krisenprävention in der Krise? Die internationale Finanzierung von Frieden und Sicherheit“ im Bundestag (kurzfristig wegen der Haushaltswoche auf September verschoben)
10.07. „Deutschland Dienen?“ 70 Jahre Bundeswehr: Beruf oder Berufung“, Podiumsgespräch im gut gefüllten vhs-Forum in Münster mit Generalleutnant Andre Bodemann, Stellvertreter des Befehlshabers des neuen Operativen Führungskommandos der Bundeswehr und Kommandeur Territoriale Aufgaben, Hauptmann Maximilian Menke und Oberleutnant Max Ermisch vom 1. Deutsch-Niederländischen Corps in Münster, Sandra Thamm, Gründerin einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Einsatzkräften (A.T.E.K.e.V.), W. Nachtwei, ehem. MdB der Grünen mit mehr als 40 Besuchen in Einsatzgebieten und Sachverständiger in der Enquete-Kommission des Bundestages zu Afghanistan, Moderation Eva-Maria Jazdzejewski.
11.07. 30. Jahrestag des Völkermords von Srebrenica, 2024 von den UN zum Internationalen Gedenktag erklärt. Dazu auf meiner Übergangs-Website
– Srebrenica, 30. Jahrestag, I: Irma. Das Kind aus Srebrenica (ZEIT-Dossier, -Dokupodcast, taz, SZ), https://domainhafen.org/2025/07/11/srebrenica-30-jahrestag-i-irma-das-kind-aus-srebrenica-zeit-dossier-podcast-taz-sz/
– Srebrenica, 30. Jahrestag, II. Auszüge aus „Die letzten Tage von Srebrenica“ von David Rohe, (A) 6.-11. Juli 1995, https://domainhafen.org/2025/07/11/srebrenica-30-jahrestag-ii-auszuege-aus-die-letzten-tage-von-srebrenica-von-david-rohde-a-6-11-juli-1995/ (Darin Passagen zur verweigerten Luftnahunterstützung. Der von dem niederländischen Oberst H. d. J. vorgelegte Plan zu einer wirksamen Verteidigung der Schutzzone wurde nicht umgesetzt.)
– Srebrenica, 30. Jahrestag, Auszüge „Die letzten Tage …“: (B) 12.-16. Juli 1995 + Dokumente, Videos, https://domainhafen.org/2025/07/11/srebrenica-30-jahrestag-auszuege-die-letzten-tage-von-srebrenica-b-12-16-juli-1995-dokumente-videos/
– Srebrenica vor 25 Jahren (II): Verweigerte Schutzverantwortung – Anstoß zur Schutzverantwortung. Beiträge aus dem Bosnien-Streit der Grünen 1995 ff. – Erfahrungen + Lehren, 04./08.07.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1645
(Darin Joschka Fischers`s Brief an die grüne Bundestagsfraktion und Partei und mein Brief an die Fraktion „Debatte statt Glaubenskrieg um das Fischer-Papier“)
14.07. Online-Info-Abend „Wie können wir demokratieskeptische Menschen erreichen?“ für Sprecher:innen von Regionalen Arbeitsgruppen und Vorstandsmitglieder von „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“
15.07. Das Narwa-Szenario in „Wenn Russland siegt“ von Carlo Masala, München 2025:
– Narwa-Szenario auf einer Seite: Vorspiel, Angriff auf Narwa, russ. flankierende und Ablenkungs-Operationen, Reaktionen der NATO-Mitglieder und Ergebnisse.
– Mein Kommentar: Der Szenario-Ansatz, Fazit: „Mit einer begrenzten, auf Schwachpunkte der Allianz zielenden (Test-)Operation erreicht RUS eine faktische Zerstörung des kollektiven Sicherheitsarchitektur des demokratischen Europas und damit seine fundamentale strategische Schwächung und Spaltung. Dieses Szenario ist das am ehesten mögliche und wahrscheinliche – und nicht das alarmistische eines Großangriffs auf NATO-Gebiet insgesamt.“( www.domainhafen.org , www.facebook.com/winfried.nachtwei )
– Lehren und Schlussfolgerungen