Zum Terrorangriff der Hamas (1), israelischer Selbstverteidigung + Terrorfalle (2), Kriegsziel (3), isr. Kriegsführung (4), Geiselkriegsführung (5), Westjordanland (6)
(1) Der Massaker-Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 richtete sich primär gegen israelische Zivilbevölkerung. Abgeschlachtet wurden Familien, Kleinkinder, Greise, Hunderte Teilnehmer:innen eines Musikfestivals. Opfer wurden verhöhnt, massenhaft vergewaltigt und geschändet, 250 Geiseln verschleppt. Die Gräueltaten wurden mit Bodycams gefilmt und über Telegram-Kanäle massenhaft verbreitet.1 Manche Morde wurden mit den Mobiltelefonen der Opfer aufgenommen und an Angehörige oder Bekannte der Opfer gesandt.2 Rund 1.200 Menschen fielen dem schlimmsten Blutbad in der Geschichte Israels und größten Massenmord an jüdischen Menschen seit dem Holocaust zum Opfer, mehr als 5.400 wurden physisch verletzt. Der Angriff zielte auf das kollektive historische Trauma jüdischer Menschen in Israel. „Er führte zur Retraumatisierung einer ganzen Gesellschaft und traf gerade die Menschen, die sich für Frieden und Versöhnung eingesetzt haben. Denn der Angriff traf nicht die Armee und die Siedler, sondern die Kibbuzim und Dörfer an der Grenze zum Gazastreifen, die die dafür bekannt sind, dass sie Teil der Friedensbewegung sind. Einige von den Ikonen der Friedensbewegung wie Vivua Silver aus dem Kibbuz Be´eri wurden brutal ermordet. Dadurch ist vielen Israelis klar geworden, dass die Hama alle Juden in Israel ermorden will.“ (Meron Mendel am 14.01.2024 in der Tagesschau) Elementar erschüttert wurde die Rolle des israelischen Staates als Zufluchtsort für jüdische Menschen weltweit.
Der international als führend geltende israelische Geheimdienst und die bei weitem stärksten Streitkräfte im Nahen Osten wurden von dem seit langem geplanten und geübten Hamas-Angriff völlig überrascht. Die israelische Regierung war auf das Westjordanland und die Hisbollah fokussiert, die Präsenz im Süden war ausgedünnt. Frühe Erkenntnisse eines detaillierten Angriffsplans der Hamas und Warnungen aus einer israelischen Aufklärungs-einheit im Juli 2023 über ein intensives Hamas-Training an der Grenze wurden nicht ernstgenommen. Die Hamas verfolgte vorher eine Strategie umfassender Vertuschung und Vortäuschung von Friedfertigkeit.3
(2) Legitime und legale Selbstverteidigung – Terrorfalle: Die Hamas zwang Israel, sein Völkerrecht der nationalen Selbstverteidigung gegen eine Terrororganisation wahrzunehmen, die das Existenzrecht des Staates Israel gemeinsam mit dem iranischen Mullah-Regime, der Hisbollah und Huthi bestreitet und Israel mit der völligen Vernichtung droht.
Militärische Operationen in einem dicht besiedelten Gebiet, wo die Hamas-Kräfte sich hinter der Zivilbevölkerung und zivilen Einrichtungen verschanzen und über ein weitverzweigtes, mehrstöckiges Tunnelsystem verfügen, gehen geradezu zwangsläufig mit erheblichen Zivilopfern und Zerstörungen von Infrastruktur und Wohngebäuden einher. Geöffnet war damit eine regelrechte Terrorfalle: Legitime militärische Bekämpfung der Hamas-Terroristen forderte einen hohen Anteil von sichtbarer Zivilopfern. Tag für Tag Bilder von den Zerstörungen, Verwundeten, Getöteten und Flüchtlingen durch die israelische Kriegführung, sofort verbreitet über den Instagram-Kanal Eye on Palestine, was Menschen weltweit aufwühlte und auf die Straße trieb. Zugleich keine Bilder von den Hamas-Terroristen, die den offenen Krieg provoziert haben, die Geiseln quäl(t)en, Stellungen in Wohngebieten bauen und von dort Raketen abfeuern, die eigene Bevölkerung unterdrücken und als menschliche Schutzschilder missbrauchen. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an der eigenen Bevölkerung von Anfang an – aber weitgehend unsichtbar und deshalb kaum ein Thema. So wurde einer Wahrnehmungsumkehr der Weg bereitet, wo die Bilder der israelischen Massakeropfer in der Medienöffentlichkeit zurücktraten gegenüber der Flut ständig neuer Bilder von Opfern der israelischen Kriegsführung, wo die Opferseite immer mehr als Täter, die Täterseite nur noch als Opfer wahrgenommen wurde.
Deutlich wurde, wie sehr Terrorismus auch eine Kommunikationsstrategie ist: In den ersten Tagen des Hamas-Angriffs nach IS-Art massenhafte Verbreitung der Schreckensbotschaft durch Videos grausamster Gewalttaten mit vielen Tausend gehobenen Daumen und Herz-Emojis. Nach dem 16. Oktober wurden die Bilder der eigenen Schreckenstaten gelöscht, bestritten und der Fokus auf Israel als „Aggressor“ gerichtet.4
(3) Kriegsziel Vernichtung der Hamas: Der frühere US-Präsident Joe Biden warnte am 18. Oktober bei einem Israelbesuch, Israel dürfe sich nicht von Wut verzehren lassen, wie es die Amerikaner nach dem 11. September getan hätten. (Die US-Operation Enduring Freedom tötete eine enorme Zahl an mutmaßlichen Terroristen, scheiterte aber strategisch: sie erreichte keine Eindämmung von islamistischen Terrornetzwerken, sondern das Gegenteil.) Dieser Rat wurde nicht befolgt. Die nationalistische, in Teilen rechtsextreme Regierung Netanjahu setzte sich zum Ziel, die Hamas vollständig zu „eliminieren“, zu vernichten. Dabei wurde verkannt, dass die Hamas nicht nur eine militante Organisation, sondern auch eine soziale Bewegung mit einer erheblichen Verankerung in der Bevölkerung ist.
Das Kriegsziel Verteidigung der Grenzen Israels und seiner Zivilbevölkerung ging von Beginn an mit der Drohung einher, den Gazastreifen komplett abzuriegeln und weder Strom noch Lebensmittel, Wasser und Treibstoff hineinzulassen, so Verteidigungsminister Joaw Galant. Es sei ein Kampf gegen „menschliche Tiere“. Ultrarechte Regierungsmitglieder wie der Minister für Nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir (Vorsitzender der Partei „Jüdische Stärke“) und der Finanzminister Bezalel Smotrich (Vorsitzender der Partei „Der religiöse Zionismus“) propagieren eine israelische Wiederbesiedlung Gazas durch eine Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus dem Gazastreifen per Belagerung und Hungerblockade, zynisch „freiwillige Abwanderung“ und „humanitäre Lösung“ genannt. Das Geheimdienst-ministerium legte schon am 13. Oktober 2023 einen Plan zur Politik gegenüber der Zivilbevölkerung in Gaza mit drei Szenarien vor. Favorisiert wurde das dritte Szenario mit dem Ziel ihrer „Evakuierung“ in die ägyptische Sinai-Wüste.5 In Washington, Brüssel und Berlin wurden solche Planspiele wohl scharf verurteilt. Netanjahu schwieg aber dazu
(4) Kriegsführung und Folgen
Die Glaubwürdigkeit von Informationen zu Kriegsverlauf und -folgen wird dadurch erheblich beeinträchtigt, dass internationale Journalisten den Gazastreifen unbegleitet nicht betreten dürfen und dass zugleich von beiden Seiten ein heftiger Informationskrieg mit Propaganda und Desinformation geführt wird. Ich informiere mich im Wesentlichen aus den o.g. Medien, die ich über Jahrzehnte als vertrauenswürdig erfahren habe und die mir unterschiedliche Sichtweisen vermitteln. Sehr hilfreich sind zwei unabhängige Projekte, die laufend das aktuelle Kriegsgeschehen dokumentieren: „Bearing Witness – Gaza“ von Lee Mordechai auf https://witnessing-the-gaza-war.com/ 6und „The Daily File – So that we won’t say we didn’t know“, Chefredakteurin Adi Ronen-Argov, auf https://www.thedailyfile.org/ .7
Am 7. Oktober 2023 Beginn der israelischen Luftangriffe; ab 9. Oktober vollständige Blockade des Gazastreifens: Einstellung der Belieferung von Gaza mit Strom, Trinkwasser, Lebensmittel und Treibstoff, Einfuhrverbot für alle Waren, auch medizinische Güter.
Am 27.10. Beginn der Bodenoffensive „Eiserne Schwerter“, begleitet von schweren Luftangriffen überwiegend mit schweren 1000- und 2000-Pfund-Bomben mit großem Explosionsradius. Deutliche Lockerung der Einsatzregeln der Israel Defense Forces (IDF): Bei jedem Luftangriff darf der Tod von bis zu 20 Zivilisten, bei Hamas-Anführern bis zu 100 Zivilisten riskiert werden. In Afghanistan soll die Zahl bei einem Zivilisten gelegen haben. Vor Luftangriffen gab es Vorwarnungen für die Zivilbevölkerung und Aufrufe, das Kampfgebiet Richtung Süden zu erlassen.8 Der pensionierte General Israel Ziv gegenüber CNN: Eine der wichtigsten Strategien der IDF bestehe darin, das Gebiet, auf dem gekämpft wird, „im Vorfeld zu verändern. Wie zerstören die gesamt Infrastruktur. Wir tun dies sowohl aus der Luft als auch am Boden, so dass die Kämpfe nicht in den Straßen stattfinden, sondern in einem offenen Gebiet, auf den Ruinen.“9
Der Leiter des UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) Philippe Lazzarini am 29.11.2023 in der FAZ10: „Eine Million Menschen haben Zuflucht in Schulen der UNRWA und anderen Einrichtungen der UN gesucht. Sie schlafen teilweise in völlig überfüllten Behelfsunterkünften auf dem nackten Beton. Viele schaffen es kaum noch, ihren Kindern eine Mahlzeit am Tag zu besorgen. Sie haben alles verloren, sind hoffnungslos und leben in einem Zustand, in dem man ihnen auch den letzten Rest an Würde genommen hat. (…) Nach der Bombardierung ist es die Abriegelung des Gazastreifens, der die Menschen in den Tod treibt.“ Zu israelischen Angriffen auf Krankenhäuser und Schulen: „Mehr als 200 Vertriebene in Schulen der UNRWA wurden dadurch bislang getötet, außerdem mehr als 100 Mitarbeiter der Vereinten Nationen.“
SPIEGEL 16.12.2023: „In den vergangenen zwei Monaten haben die israelischen Streitkräfte Gaza in einer Trümmerwüste verwandelt, einen Großteil der 2,3 Mio. Bewohner innerhalb des Küstenstreifens aus ihren Häusern vertrieben, die humanitäre Lage ist katastrophal.“
SZ 22.12.2023: Laut Welternährungsprogramm (WFP) leide jeder vierte Haushalt in Gaza unter extremem Hunger, ein Vierteil der Bewohner habe ihre Nahrungsvorräte aufgebraucht und sei vom Hungertod bedroht, das seien 577.000 Menschen. Laut UNICEF hungern 80% der Minderjährigen. Human Rights Watch warf der Regierung „das Aushungern der Zivilbevölkerung als Methode der Kriegführung“ vor. Laut UNRWA gebe es inzwischen 1,9 Mio. Binnenvertriebene „Wir fliehen vorm Krieg der Kanonen in den Krieg der Hungersnot“. Viel Grundnahrungsmittel kosten 13- bis 14.mal mehr als vor dem Hamas-Angriff.11
FAZ 11.09.202412, Bericht eines Soldaten der IDF über Völkerrechtsverstöße in seiner Einheit im ersten halben Jahr seit Beginn der Bodenoffensive: Wo die Soldaten während des Häuserkampfes länger in einem Haus blieben, fingen sie an, diese anzuzünden, Stockwerk für Stockwerk. Etwa 20 Gebäude habe seine Einheit in Brand gesetzt, solche, wo sie Hinweise auf die Hamas gefunden hätten. Aber in fast jedem Haus finde man eine Hamas-Flagge oder ein Bild ihrer Führer. Es habe Spaß gemacht, die Häuser anzuzünden. An einem Tag im Frühjahr sei ein Offizier zur Einheit gekommen und habe zwei Palästinenser mitgebracht, gefesselt und mit verbundenen Augen. Die sollten wir beim Angriff am nächsten Tag mitnehmen. Die beiden wurden dann gezwungen, bei der Einnahme von Häusern in die Räume voranzugehen, Türen und Fenster zu öffnen. Die Soldaten machten dann nicht weiter mit, einige beschwerten sich beim Kommandeur. Der aber pochte auf seiner Verantwortung für das Leben seiner Soldaten, das gehe vor. Einfache Soldaten müssten nicht über das Völkerrecht nachdenken. Der Widerspruch habe aber gewirkt. Einen weiteren Einsatz von Zivilisten habe es in seiner Dienstzeit nicht mehr gegeben. Die israelische NGO „Breaking the Silence“ habe aber inzwischen mehrere Zeugenaussagen über eine solche Praxis dokumentiert.
Nach einem Jahr des Krieges13
– 20.476 Mal Raketenalarm in Israel, täglich durchschnittlich 56 Mal, allein am 7. Oktober 2023 flogen mehr als 3.000 Raketen Richtung Israel.
– 60.000 – 80.000 israelische Einwohner aus der Nähe des Gazastreifens in Sicherheit gebracht
– 1.900.000 Menschen im Gazastreifen auf der Flucht (90% der Bevölkerung)
– 163.314 Gebäude beschädigt (mehr als 60%) – mindestens 42 Mio. to Trümmer.
– 477 Schulgebäude (85% von 564) durch Angriffe beschädigt, 19 der 36 Krankenhäuser so zerstört, dass keine Patienten mehr versorgt werden können. Die übrigen 17 Kliniken sind nur teilweise nutzbar.
Kriegstote
„Täglich veröffentlicht der arabisch-sprachige Telegram-Kanal des palästinensischen Gesundheitsministeriums im Gazastreifen die aktuellen Opferzahlen (…)“, aufgeteilt in die Toten der letzten 24 Stunden und die Gesamtzahl seit dem 7. Oktober.14 Israels Regierung diskreditiert die Angaben des Ministeriums pauschal als „Hamas-Angaben“. Lt. Bartal/taz bewerten interne israelische Militärdokumente diese als verlässlich, ebenso die UN. Der FAZ-Korrespondent für Nahost und Nordafrika Christian Meier erinnert an die Gaza-Kriege von 2008/09, 2014 und 2021, als sich die Angaben des Ministeriums als weitgehend korrekt herausgestellt hätten.15 Das Gesundheitsministerium unterscheidet bei den Toten nicht zwischen Kämpfern und Zivilpersonen. Nach aktuellen Zahlen des israelischen Militärs sollen nur 13% der Getöteten Kämpfer und 87% Zivilpersonen sein.16 Die Listen des Gesundheitsministeriums erfassen nur Todesfälle durch Gewalteinwirkung, nicht die wachsende Zahl von Toten durch Hunger oder vermeidbare Krankheiten, und auch nur die von den Mitarbeitern des Gesundheitswesens offiziell registrierten Todesfälle. Einige Studien haben versucht, die Dunkelziffern an Todesfällen zu erfassen. Die neueste Studie eines internationalen Forscherteams vom 19. Juni (Universitäten Royal Holloway/London, Princeton, Stanford u.a.) bestätigten vorherige Untersuchungen, die eine Untererfassung durch das Gesundheitsministerium ergeben hatten: „Auf sechs verifizierte Kriegsopfer kamen vier nicht erfasste.“ „Ältere Menschen, Frauen und Kinder (…) stellen weiterhin die Mehrheit der registrierten wie auch der nichtregistrierten Todesopfer.“ (Bartal) Die Studie erfasste erstmalig auch die Zahl der Kriegsopfer, die nicht durch Waffengewalt, sondern durch Zerstörung der Krankenhäuser, Mangel an Medikamenten, Nahrungsmitteln, Trinkwasser gestorben waren.
In den ersten drei Wochen des Krieges sollen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens 6.747 palästinensische Menschen durch israelische Angriffe zu Tode gekommen sein (ohne Verschüttete oder sofort Beerdigte), davon rund 3.000 Kinder. Nach vier Kriegswochen werden mehr als 9.000 palästinensische Todesopfer gemeldet, davon etwa 3.700 Kinder,17 nach 45 Tagen 14.000 Getötete, davon 10.000 Kinder und Frauen.
Nach einem Jahr des Krieges18: Fast 42.000 palästinensische Tote, etwa 97.000 Verletzte; 296 getötete Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die meisten durch Luftangriffe (allein in den ersten drei Monaten 163); weiterhin noch 97 Geiseln in Gefangenschaft der Hamas. Bis Anfang August 2025 sollen laut israelischem Militär 22.000 Hamas-Kämpfer getötet worden sein.
Seit Beginn der Bodenoffensive wurden 454 israelische Soldaten getötet.
Nach 22 Monaten, SPIEGEL 25.07.202519: “Die Situation im Gazastreifen ist nach 22 Monaten Krieg so katastrophal wie nie. (…) Fast täglich werden Dutzende Menschen getötet, in der Mehrheit Zivilisten. Fast 60.000 Tote sind es seit Beginn des Krieges inzwischen. Häuser und Infrastruktur werden vielerorts systematisch zerstört. Helfer werden daran gehindert zu helfen. Die wenigen noch halbwegs funktionierenden Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps, weil sie kaum noch Medikamente, medizinisches Gerät und Treibstoff haben, um Strom zu erzeugen. Zugleich werden die Bewohner ausgehungert. Und wer versucht, an Hilfsgüte zu kommen, riskiert sein Leben. Gaza, das ist eine Hölle, aus der es keinen Ausweg gibt.“
Unter Berücksichtigung der o.g. Untersuchungen „dürften in Gaza bereits über 100.000 Menschen unmittelbar durch Gewalt ums Leben gekommen sein.“ (Bartal)
„Hungern oder das Risiko, erschossen zu werden “ (Internat. NGO-Aufruf vom 1. Juli)
Anfang März 2025 verhängte Israel eine totale Blockade. Die bisher 400 Verteilzentren von internationalen Hilfsorganisationen und UN wurden durch vier Zentren der privaten, von Israel und USA initiierte “Gaza Humanitarian Foundation“ (GHF) unter der Führung von US-Marines und Ex-CIA`lern ersetzt. Es gibt kein geordnetes Verteilsystem. Hilfe bekommen diejenigen, die zuerst kommen. Über viele Kilometer kommen tausende Ausgehungerte zu den GHF-Zentren, um Überlebensmittel für ihre hungernden Familie zu erkämpfen. Die Sicherheitskräfte aus Söldnern, teilweise mit der Hamas verfeindete Banden und den IDF schießen, um „Ordnung“ zu halten. In weniger als vier Wochen wurden mehr als 500 Palästinenser getötet und fast 4.000 verletzt. 169 internationale NGO`s forderten am 1. Juli die Auflösung der GHF-Zentren und die Rückkehr zum UN-geführten Koordinationsmecha-nismus der humanitären Hilfe.20 Drei Wochen später schlugen 134 internationale Hilfsorganisationen erneut Alarm: „Während die Belagerung durch die israelische Regierung die Bevölkerung von Gaza aushungert, stehen nun auch Helfer:innen in denselben Schlangen für Lebensmittel an und riskieren erschossen zu werden, nur um ihre Familien zu ernähren. Da die Vorräte nun vollständig aufgebraucht sind, müssen humanitäre Organisationen mit ansehen, wie ihre eigenen Kolleg:innen und Partner:innen vor ihren Augen dahinsiechen.“21
Lt. Gesundheitsministerium wurden an den GHF-Essensverteilzentren bis 12. August 1.838 Menschen getötet und 13.409 verletzt. (Bartal in taz 13.08.2025)
Die angesehene unabhängige International Crisis Group veröffentlichte am 6. Juni 2025 den Kommentar „The Gaza Starvation Experiment“ von Robert Blecher, Chris Newton22:
“(…) The world, it seems, is witnessing an experiment: an attempt to indefinitely maintain Gaza’s population below the famine threshold while turning food into a weapon of war. With Gaza’s local food production capacity nearly destroyed, controlling the crossings now means controlling survival itself. Israeli restrictions limited the World Food Programme (WFP) to delivering fewer than 1,600 calories per person daily, far below its 2,100-calorie target, from July 2024 until the January 2025 ceasefire. The GHF promises to bring in marginally more, with 1,750 calories, but only to the “fortified hubs”, which Palestinians must cross battlefields to reach. If the resulting bedlam thwarts even this insufficient goal, Gaza will edge toward the mass death that the IPC’s Famine Review Committee warned would follow if the GHF cannot deliver adequate aid. (…)”
Laut Oliver Müller, Leiter von Caritas International, kostete im Juli 2025 ein 25-Kilo-Sack Mehl 765 Euro, ein Kilo Zucker 64 Euro.23
Erstmals seit Beginn des Gazakrieges erklärte am 24. August die internationale Initiative „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC), der 21 UN- und Hilfsorganisationen angehören und die weltweit Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung in fünf Phasen bewertet, dass in Gaza-Stadt die Kriterien für eine Hungersnot erfüllt seien. Das Leben von 132.000 Kindern unter fünf Jahren sei wegen Unterernährung bedroht. Die israelische Regierung reagierte „mit den gewohnten Gegenangriffen. Die Vorwürfe dienten allein den Terroristen der Hamas, heiß es von dort.; für Hunger gebe es im Gazastreifen keinerlei Anzeichen“, berichtet Franca Wittenbrink am 09.09.2025 in dem FAZ-Artikel „Der Hunger, den es nicht geben soll – Benjamin Netanjahu sät gezielt Zweifel an der humanitären Notlage in Gaza. Belege für seine Anschuldigungen finden sich nicht.“24 Die Journalistin widerlegt die Vorwürfe akribisch.
Stand Humanitäre Hilfe August 202525
Lt. UN müssten für eine ausreichende Versorgung 500 bis 600 Lkw pro Tag in den Gazastreifen kommen. Seitdem die Blockade seit März Mitte Mai beendet wurde, sollen lt. UN 2.604 Lkw verschiedener UN-Organisationen von zwei Grenzübergängen im Norden und Süden losgefahren sein – und nur 300 an ihrem Ziel angekommen sein. Über 2.300 seien „abgefangen“ worden. Zur GHF gebe es kaum Daten. Beobachter und Fachleute bekräftigen, dass alle Lkw von Belagerungen der Menschenmassen auf der Suche nach Essen betroffen seien. Die Regierung macht die Hama für den Hunger verantwortlich. Sie würde Lieferungen plündern. Andere Berichte bestreiten, dass Hamas systematisch von den Hilfslieferungen profitiere. Die UN betont, dass in den letzten Wochen und Monaten vor allem hungernde Menschenmassen die Lkw belagerten. In den letzten beiden Julitagen kam lt. UN keiner der insgesamt 214 Lkw am Ziel an. Die Lieferungen sind sehr unregelmäßig. An manchen Tagen keine zehn, an andere knapp hundert.
ZEIT 14.08.2025: „Was Hunger mit den Menschen macht – Drei Fachleute erklären, warum Unterernährung weit mehr bedroht als den Körper. Die Folgen dauern viel länger als die akute Not – das wird auch in Gaza so sein.“26
Israels Premier Netanyahu, seine Minister und Unterstützer bestreiten, dass es in Gaza Hunger gebe, Bilder davon seien Fälschungen und Hamas-Propaganda – und wenn es doch Hunger gebe, sei die UNO schuld. Dazu der Deutsche Welle Faktencheck „Netanyahus Desinformation über Hunger in Gaza“ vom 1, August.27
FAZ 18.08.2025 (KNA): Laut Aid Worker Security Database (USAID-finanziert) wurden in 2025 bisher 173 humanitäre Helfer in den besetzten Palästinensergebieten getötet, der Großteil durch Luftangriffe im Gazakrieg (in 2024 185). Weltweit wurden in diesem Jahr bisher 265 Helfer getötet. Laut Reporter ohne Grenzen wurden im Gazastreifen seit Kriegsbeginn mehr als 200 Journalisten getötet. (Mirco Keilberth in taz 13.08.2025) Am 25. August wurden bei eine Luftangriff auf das Al-Nasser-Krankenhaus in Chan Yunis mindestens 20 Menschen getötet, darunter fünf Journalisten, von denen zwei für AP und Reuters arbeiteten. Der Angriff erfolgte nach der Double-Tap-Taktik, wo nach dem ersten Angriff auf ein Primärziel ein zweiter auf Überlebende und Rettungskräfte zielt. Laut +972-Magazine soll das im Gazakrieg zur „Standardprozedur“ geworden sein.28 Diese Taktik kannte ich bisher nur von Terroranschlägen von Taliban und IS in Afghanistan.
(5) Psychologische Kriegsführung mit Geiseln
Beim Terror-Angriff der Hamas wurden 250 Menschen als Geiseln verschleppt. 138 besaßen einen ausländischen Pass bzw. sind Doppelstaatler, unter ihnen 12 (14) deutsche Staatsbürger.
Geiselnamen von Zivilpersonen in (nicht-)internationalen bewaffneten Konflikten sind laut humanitärem Völkerrecht und Römischem Statut des Internationalen Strafgerichtshofs Art. 8, Abs. 2 viii Kriegsverbrechen und vermutlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Art. 7). In diesem Fall ist die Massengeiselnahme Mittel einer psychologischen Kriegsführung, die auf die Spaltung der israelischen Gesellschaft und die Schwächung der militärischen Operations-fähigkeit zielt. Bis Mai 2025 wurden 142 Geiseln nach Verhandlungen freigelassen, 50 sind tot, neun wurden militärisch befreit. Zzt. befinden sich noch 50 Geiseln in Gaza in Gefangenschaft, nur etwa 20 von ihnen sollen noch am Leben sein.29
Auszug aus „Die Grausamkeit der Geiselvideos – Hamas und PIJ veröffentlichten zwei neue Videos der israelischen Geiseln. Es ist Teil ihrer psychologischen Kriegsführung.“ Kommentar von Nicholas Potter, taz 04.08.202530,
„Vor der Kamera steht ein ausgemergelter, gebrochener Mann, der weinend um sein Leben bettelt: Er sei „kurz vor dem Tod“, sagt Rom Braslavski auf Hebräisch, übersetzt mit arabischen Untertiteln. „Seit zwei Jahren leide ich.“ Seine Hände und Füße würden tagsüber gefesselt, er könne nicht mehr essen oder trinken, sondern müsse über seine Sonde ernährt werden, sagt die blasse, knochige Gestalt.
Das sechsminütige Propagandavideo, mit melancholischer Klaviermusik unterlegt, wurde am Donnerstag veröffentlicht von der Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad (englisch kurz PIJ), einer kleineren islamistischen Miliz, die ebenfalls an dem von der Hamas geführten Angriff auf Israel am 7. Oktober beteiligt war und Menschen nach Gaza verschleppte. (…) Solche Videos sind Teil der psychologischen Kriegsführung von Hamas und Co. Sie verstoßen auch gegen das Völkerrecht. Human Rights Watch hat vorherige Geiselvideos beider Terrororganisationen als Kriegsverbrechen bezeichnet. (…)
Vor 668 Tagen wurde Rom Braslavski vom Nova-Festival entführt, wo er im Sicherheitsdienst arbeitete, als palästinensische Terroristen die Psytranceveranstaltung in ein Blutbad verwandelten. Überlebende berichten, wie Braslavski viele Festivalbesucher rettete. Erst am Nachmittag, Stunden nach Beginn des Massakers in den frühen Morgenstunden, wurde er von PIJ-Kämpfern nach Gaza verschleppt. Braslavski, der auch deutscher Staatsbürger ist, ist inzwischen 21 Jahre alt, er verbrachte seine letzten zwei Geburtstage in Geiselhaft.
Am Freitag veröffentlichte die Hamas (…) ein weiteres Geiselvideo. Evyatar David, ebenfalls am 7. Oktober vom Nova-Festival entführt, sieht darin aus wie kaum mehr als ein Skelett. Im Video muss er sein eigenes Grab schaufeln. Er zeigt auf eine Art selbst gebastelten Kalender an der Wand des Tunnels, in dem er gefangen gehalten wird, worauf er seine knappe Ernährung – lediglich Linsen und Bohnen – dokumentiert. An einigen Tagen bekomme er nichts zu essen. Dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu sagt er: „Ich fühle mich im Stich gelassen.“
Davids Familie vergleicht das Propagandavideo der Hamas mit Aufnahmen der Schoah. Es ist eine Assoziation, die die Terrororganisation bewusst wecken will, nur zu ihren eigenen zynischen Zwecken. Auf Telegram kursiert eine Bildmontage der Hamas mit der Überschrift „Holocaust 2025“: Braslavski und David sitzen neben ausgehungerten palästinensischen Kindern und Häftlingen der Lager der Nationalsozialisten. Im Hintergrund steht ein Konterfei von Netanjahu mit Hitlerbart.
Die schwer auszuhaltenden Aufnahmen der ausgehungerten Geiseln haben vor allem zwei Funktionen: Israelis zu terrorisieren und der arabischen Welt Stärke zu zeigen. Nicht zufällig erschien das Video des PIJ von Braslavski – anders als zahlreiche vorherige Geiselvideos – nur in hebräischer und arabischer Sprache. (…) Die Propagandavideos sollen zudem Druck erzeugen, um einen Waffenstillstand möglichst im Sinne der beiden Terrororganisationen zu erlangen, die ihre Waffen nicht niederlegen wollen – egal, welchen Preis palästinensische Zivilisten in Gaza dafür zahlen. (…)“31
(6) Schleichende Annexion des Westjordanlandes32
Nach UN-Angaben leben rund 700.000 Siedler:innen in 279 Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem.
FAZ-Reportage 01.03.2024 zur israelischen Siedlungspolitik in Hebron33, das als Extremform israelischer Siedlungspolitik gilt. Für die palästinensische Bevölkerung wurden die Restriktio-nen seit dem 7. Oktober drastisch verschärft. Hausdurchsuchungen und Verhaftungen nahmen rapide zu, radikale Siedler wurden immer aggressiver. Autos wurden angezündet, Häuser zerstört, Todesdrohungen nahmen zu. Vor dem 7. Oktober habe das Militär „Landnahme“ durch Siedler toleriert, danach seien Soldaten an der Vertreibung von Palästinensern von ihren Wohnorten und ihrem Land beteiligt gewesen.
Am 18.10.2024 gab der Sprecher von OCHA (UN Office for the Coordination of Humanita-rian Affairs) bekannt, dass in den zwölf Monaten seit dem 7. Oktober im Westjordanland 728 Palästinenser überwiegend von Soldaten, 12 von Siedlern getötet worden seien. In derselben Zeit wurden 32 Soldaten und 12 Siedler von Palästinensern getötet. (Lt. OCHA bis August 2025 mehr als 982, 16 von ihnen von Siedler, über 950 von Soldaten. taz 12.08.202534)
Seit Januar 2025 geht das Militär mit der Operation „Eiserne Mauer“ gegen bewaffnete palästinensische Gruppen im Westjordanland vor, erstmalig seit 2005 auch mit Kampfjets und Panzern. Lt. OCHA wurden seit Jahresbeginn bis 27. März knapp 40.000 Palästinenser aus drei Flüchtlingslagern vertrieben.35
„Israels Armee wird der Siedlergewalt kaum noch Herr“ titelte die FAZ am 1. Juli: Extre-mistische jüdische Siedler verwüsteten im Hauptquartier der Benjamin-Regionalbrigade bei Ramallah eine millionenteure Sicherheitsanlage. Vorher hatten sie Soldaten mit Pfefferspray und Steinen attackiert. In den Tagen vorher gab es zahlreiche Terroranschläge von Siedlern, wobei Häuser und Autos angezündet und drei Palästinenser von IDF getötet wurden. Nach Anordnung eines Sperrgebietes griffen Siedler Soldaten an, schlugen und würgten Soldaten, rammten Militärfahrzeuge und versuchten Soldaten umzufahren.36
Am 14. August verkündete Finanzminister Smotrich, der im Kabinett auch für den Siedlungs-bau zuständig ist, das seit Jahren hoch umstrittene Projekt E1 werde jetzt in Angriff genommen: Besiedlung des ganzen Gebietes zwischen Ost-Jerusalem und Maale Adumim mit erst 3.400, dann 3.500 Wohneinheiten auf palästinensischem Gebiet mit dem Ziel, israelische Gebiete miteinander zu verbinden, palästinensische Gebiete in Enklaven aufzuspalten, zu isolieren und einen Keil in die Mitte des Westjordanlandes zu treiben. Straßen entstehen getrennt für Israelis und Palästinenser. Der Minister: E1 „begräbt die Idee eines palästinensischen Staates“.37
Bernd Dörries, SZ-Korrespondent für Nahost und Nordafrika, fasste die Lage am 22.08.2025 folgendermaßen zusammen: „Seit der Besetzung Ost-Jerusalems und des Westjordanlandes durch Israel im Jahr 1967 wurden 170 Siedlungen gebaut, für wahrscheinlich bis zu 700.000 Israelis. Sie thronen auf den Hügeln, von wo auf Palästinenser geschossen wird, von wo rechtsradikale Siedler zu ihren Ausflügen aufbrechen, um Palästinensern das Leben zur Hölle zu machen oder sie gar zu töten. Diese dürfen nicht dieselben Straßen benutzen, für sie gilt nicht dasselbe Justizsystem, sie müssen sich Militärgerichten stellen. „In den besetzten Gebieten haben wir Apartheid“, sagte Avi Primor kürzlich, der lange Israels Botschafter in Deutschland war. (…) „From the River to the Sea“, mit diesem Slogan warb ein zu Axel Springer gehörendes Immobilienportal in Israel im Jahr 2023: für Wohnungsanzeigen in den völkerrechtswidrig besetzten Gebieten im Westjordanland, mit einer Landkarte, auf der kein Platz für Palästina ist. (…)“
1 „Wie müssen sie gelitten haben!“ Die Hamas hat zahlreiche ihre Opfer auf das Grausamste geschändet. Eine Ermittlerin, ein Polizeikommandeur und eine Ärztin berichten, was die Untersuchung der Toten des 7. Oktober bisher ergab, Protokolle: Evelyn Finger, ZEIT 14.12.2023
3 Alexander Haneke, Die Protokolle der Hamas, FAZ 14.10.2024
4 Moritz Baumstieger, Geteiltes Leid, SZ 07.12.2023
5 Peter Münch, Was aus dem Gazastreifen wird, SZ 05.01.2024; Gilbert Achcar, Die israelische Rechte und ihre Pläne für Gaza, LE MONDE diplomatique Dezember 2023
6 „This document was written out of a profound sense of responsibility and commitment to addressing the ongoing humanitarian and political crisis in Gaza. The creation of this document stems from a belief that silence in the face of injustice is unacceptable. (…); Christian Meier, Israelis stellen die Genozidfrage, FAZ 04.08.2025
7 „The Daily File is an independent voluntary project by Israeli citizens wishing to bring attention to numeric, visual, documentary information about the daily goings-on in the West Bank and in the Gaza Strip, the interface of Palestinians and the Israeli security forces and colonists. Most of this information is not reported by Israeli media so that Israeli civilians remain unaware of it. We believe that knowledge is a vital step towards understanding and recognizing the urgency necessity for a political solution.
8 SPIEGEL, Zeiten des Hasses, 04.11.2023; Krieg in Israel und Gaza seit 2023 / Kriegsführung Israels, https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Israel_und_Gaza_seit_2023 ; Yuval Abraham, ‘Lavender’: The AI machine directing Israel’s bombing spree in Gaza, +972 Magazine, April 3, 2024
9 Sebastian Gierke, Thomas Gröbner, Kampf zwischen Ruinen, SZ 01.12.2023
10 „Die Abriegelung Gazas treibt die Menschen in den Tod“, Interview mit Franca Wittenbrink, FAZ 29.11.2023
11 Dunja Ramadan, Kinder des Krieges, SZ 22.12.2023
12 Alexander Haneke, Sie waren nur Zivilisten, FAZ 11.09.2024
13 114 Kilo Schutt pro Quadratmeter – Die Zerstörung und das Leid, das der Krieg im Gazastreifen anrichtet, haben unvorstellbare Ausmaße angenommen. Die Fakten zu einem Jahr Blutvergießen. SZ 07.10.2024
14 „Die Toten von Gaza – Wieviele Menschenleben hat der Krieg in Gaza bisher gefordert? Studien legen nahe, dass die palästinensischen Zahlen registrierter Todesfälle um bis zur Hälfte zu niedrig sein könnten. Ein Überblick über den Kenntnisstand“ von Yossi Bartal, taz 13.08.2025, https://taz.de/Wieviele-Tote-gibt-es-in-Gaza/!6102994/
15 Christan Meier, Laura Gabler, Wer die Toten zählt, FAZ 28.10.2023
16 Yuval Abraham, Israeli army database suggests at least 83% of Gaza dead were civilians, +972 Magazine, August 21, 2025, https://www.972mag.com/israeli-intelligence-database-83-percent-civilians-militants/
17 SPIEGEL, 04.11.2023, S. 9
18 114 Kilo Schutt pro Quadratmeter, SZ 07.10.2024
19 „Unsere Kinder sterben vor unseren Augen“ – Netanjahus Hungerkrieg, SPIEGEL 25.07.2025
20 Bernd Dörrie, Leonhard Scharfenberg, Die Todesfalle, SZ 02.07.2025, SEITE DREI; https://plan-international.org/news/2025/07/01/gaza-starvation-or-gunfire-not-humanitarian-response/
21 https://www.welthungerhilfe.de/presse/pressemitteilungen/dringender-aufruf-hungerkrise-in-gaza-bekaempfen
22 https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/east-mediterranean-mena/israelpalestine/gaza-starvation-experiment ; Da Gaza-Hunger-Experiment, taz 18.07.2025, https://taz.de/GHF-Essensabgabestellen-in-Gaza/!6098356/
23 Taz 25.07.2025, https://taz.de/GHF-Essensabgabestellen-in-Gaza/!6098356/
24FAZ 09.09.2025, https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/benjamin-netanjahu-saet-gezielt-zweifel-an-der-humanitaeren-notlage-in-gaza-110676351.html
25 Carlota Brandis, Nur wenige Lastwagen kommen an, FAZ 09.08.2025
26 Aufgezeichnet von Philip-Johann Moser, https://www.zeit.de/2025/35/unterernaehrung-folgen-hunger-psychologie-epigenetik
28 taz 26.08.2025, https://taz.de/Angriff-auf-die-Pressefreiheit-/!6106297/
29 Ausführlich in „Geiselnahme der Hamas während des Terrorangriffs auf Israel 2023“, https://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahmen_der_Hamas_w%C3%A4hrend_des_Terrorangriffs_auf_Israel_2023
30 PIJ: Palästinensischer Islamischer Dschihad, https://taz.de/Propaganda-der-Hamas/!6101794/
31 Zu weiteren Geiselschicksalen: Noch immer in Gefangenschaft Omri, Sohn des 80-jährigen Dani Miran; Interview mit Tal Schoam, nach 505 Tagen im Februar 2025 freigelassen, 481 Tage mit Evjatar David gemeinsam in Haft, ZEIT 07.08.2025
32 Wikipedia, Krieg in Israel und Gaza, Westjordanland, https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Israel_und_Gaza_seit_2023#Einzelaspekte
33 France Wittenbrink, Siedler mit Sturmgewehr, FAZ 01.03.2024
35 Muriel Asseburg, Peter Lintl, Israels radikale Regierung, SWP-Aktuell 2025/A 16, 14.04.2025, https://www.swp-berlin.org/10.18449/2025A16/ , S. 6
36 Christian Meier, FAZ 01.07.2025; Sabine Brandes, Siedlergewalt gegen Soldaten eskaliert, Jüdische Gemeinde 30.06.2025
37 Christian Meier, Ein tiefer Keil durch das Westjordanland, FAZ 16.08.2025, https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/israels-siedlungsausbau-ein-tiefer-keil-durch-das-westjordanland-110639681.html