27 Jahre war er Studienleiter in Loccum. Ich lernte ihn v.a. als Inspirator einer Infrastruktur Zivile Konfliktbearbeitung kennen und höchst schätzen.
Zum Tod von Prof. Dr. Jörg Calließ, 1941-2025, Friedens(an)stifter: Nachruf der Akademie Loccum, Notizen von einer Tagung zu Streitschlichtung 1995 + Veröffentlichungen von Jörg Calließ (12/2025)
Nachruf der Evangelischen Akademie Loccum https://www.loccum.de/aktuelles/akademie-trauert-um-joerg-calliess/
Der Historiker und ehemalige Studienleiter Prof. Dr. Jörg Calließ ist am 25. November 2025 in Loccum nach längerer Krankheit verstorben. Der 84-jährige prägte von 1979 bis 2006 nicht nur seinen Arbeitsbereich für Internationale Politik & Internationale Beziehungen. Sein Engagement in der Friedenspolitik und für die Akademie ging weit darüber hinaus. Studienleiterin Andrea Grimm, die selbst viele Jahre mit ihm zusammenarbeitete, verfasste für die Akademie diesen Nachruf:
„Weißt Du, wie das wird?“
Seine letzte Tagung, die er an der Evangelischen Akademie Loccum verantwortet hat, hat Jörg Calließ mit Motiven aus der Götterdämmerung eingeleitet und verwoben. Er ließ das Vorspiel der Wagner-Oper erklingen, in dem die drei Nornen am Schicksalsseil weben. Das reißt dann bekanntlich, worauf die Nornen wehklagen – „Zu End‘ ewiges Wissen! Der Welt melden Weise nichts mehr“ – und zur Erdmutter entschwinden. Ein starkes Vorspiel in der Oper und ein fulminanter Start in die Tagung, mit der Jörg Calließ zum letzten Mal als Studienleiter die Frage stellte, wie wir die Zukunft offenhalten können, und auf welche Ressourcen zurückgegriffen werden kann, um in einer Welt des Umbruchs Frieden zu stiften und das Recht zur Grundlage politischen Handelns zu machen. Immer sprach er, der unermüdlich mitwebte an einer Infrastruktur für die zivile Konfliktbearbeitung und die Friedensarbeit, davon, dass es den Frieden zu stiften gelte. Erzwingen kann den Frieden keiner. Es bedarf vieler Prozesse auf nationaler und internationaler Ebene, Überzeugungen, guter Politik und moralischer Orientierung, damit die Gewalt, die die Menschheitsgeschichte durchzieht, überwunden werden kann. Dass die Gewalt immer mitzudenken ist, hat er, der als Historiker so beeindruckend reich an Wissen war, uns Loccumer Kollegen und Kolleginnen in vielen Debatten aufgezeigt. Zu wissen, wie die Dinge geworden sind, wie sie sind, war ihm Orientierung auf dem Weg, neue Ordnungen wachsen zu lassen. Jede Tagung hat er mit Leidenschaft für seine Themen, als Brückenbauer zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und mit Charisma als Tagungsleiter zu einem Erlebnis gemacht. Es gibt nahezu von jeder dieser Tagungen ein Loccumer Protokoll, und seine eindrucksvolle Publikationsliste, die neben den Loccumer Protokollen so viele Veröffentlichungen in wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Kontexten enthält, zeigt den klugen und optimistischen Streiter für Verständigung und Menschlichkeit. Als Historiker hat er neben seiner Arbeit als Studienleiter in Loccum an der TU Braunschweig unterrichtet, die ihn mit der Verleihung einer Honorarprofessur würdigte.
1998 war er einer der Mitbegründer der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung. In diesen Zusammenschluss von Akteuren der Friedensarbeit in und außerhalb von Kirche setzte er die große Hoffnung, durch zivile Instrumente, präventive und vorausschauende Maßnahmen Gewaltkonflikte einhegen und transformieren zu können. Wie viele andere Menschen in der Friedensarbeit hat auch ihn der russische Angriffskrieg auf die Ukraine fassungslos gemacht.
Jörg Calließ war ein Menschenfreund und liebte es, unter Menschen zu sein. Er pflegte mit Aufmerksamkeit die vielen Freundschaften, die sein Leben reich machten. Er war seinen Studierenden zugewandt und ein guter Ratgeber. Sein aufrichtiges Interesse an dem, was die Jüngeren zu sagen haben, ging in die Konzeption vieler seiner Tagungen ein. Dass er, der gerne erzählte und viel zu sagen hatte, auch gut zuhören konnte, machte ihn als Kollegen und Freund aus.
Den Frieden suchte er nicht nur im politischen Raum. Seine große, in frühester Jugend entfachte Leidenschaft galt der Oper. Glücklich, wer sie mit ihm teilen durfte – bei Opernbesuchen und im privaten Raum. Er war nicht einfach nur empfindsamer Zuhörer, sondern verstand viel von Musik. Und doch: Das Transzendente im musikalischen Kunstwerk war es, was ihn erfüllte. Er wusste, dass das menschliche Handeln Ermutigung durch die utopischen Momente braucht. Er fand viele davon in der Musik. „Die Momente des Friedens in der Oper“, so schrieb er in einem Aufsatz zum ‚hörbaren Frieden‘, „erreichen das Gefühl, die Seele der Menschen. In ihnen liegt die Kraft, die Menschen und Wirklichkeiten verwandeln kann“.
Jörg Calließ hat die Akademiearbeit maßgeblich geprägt und uns Kollegen bei seinem Abschied ermahnt, stetig hoch zu greifen. Alle, die ihn begleitet haben, sind auch immer ein bisschen von ihm verwandelt worden.
„Weißt Du, wie das wird?“ Wir können es nicht wissen. Aber wir können darauf vertrauen, dass wir in Gottes Gnade stehen. In diesem Sinne nehmen wir voller Dankbarkeit für sein Wirken Abschied von Jörg Calließ. Wir werden ihn nicht vergessen.
Im Namen des gesamten Kollegiums
Andrea Grimm
Erste Begegnung mit Jörg Calließ als Studienleiter (Internationale Politik & Internationale Beziehungen) an der Evangelischen Akademie Loccum 1995
nach meinen persönlichen Aufzeichnungen (Notizkladde I, S. 128-135), Winfried Nachtwei, MdB
Friedliche Streitbeilegung als gemeinsame Aufgabe von internationalen Organisationen, Regierungen und Civil Society, 22.-24.03.1995
Peaceful Settlement of Conflicts as a Joint Task for International Organisations, Governments and Civil Society. Possibilities and Instruments for Conflict Management in Cases of Ethno-National Tension. Leitung Jörg Calließ und Christine M. Merkel
Zum Thema „Friedliche Streitbeilegung“ fanden 1993 und 1994 zwei Tagungen statt mit dem Fokus allein auf Zivilgesellschaft: A Task for Civil Society. Loccumer Protokolle 7/93: Loccum 1993. (Mitherausgeberin: Christine M. Merkel); A Task for Civil Society II: Third Party Intervention. Loccumer Protokolle 9/94. Loccum 1995 (Mitherausgeberin: Christine M. Merkel)
Heute sind erstmalig auch Akteure aus der Politik, Internationalen Organisationen und Bundeswehr dabei.
Zivilisierung der Konflikte als oberste Priorität? Jörg Calließ
Der allergrößte Teil von Konflikten entstand aus innergesellschaftlichen Konflikten (siehe frühere Workshops). Allgemeiner Konsens, dass gegenwärtige gewaltsame Konflikte eingedämmt werden müssen. Das ist historisch gesehen gar nicht selbstverständlich. Nichtbeteiligte mehr an Einhegung interessiert! Wieweit reicht der Konsens darüber hinaus?
Völkerrecht und zwischenstaatliche Regelungen sind auf friedliche Streitbeilegung orientiert. (s. Charta der VN, OSZE-Prozess …)
Die historische Erfahrung begründet die Priorität des Zivilen:
– unerhörte Kosten der gewaltsamen Konfliktaustragung
– Frieden kann durch Kommunikation, Ausgleich und Vereinbarungen geschaffen werden.
Dafür gibt es viele ermutigende Beispiele (besonders Südafrika, Israel)
Ethische Argumente erzwingen die Priorität des Zivilen.
Wo werden dafür notwendige Strukturen geschaffen, Mittel bereitgestellt, Verfahren entwickelt?
In der Realität doch enorme Diskrepanzen:
Militärische Krisenreaktionskräfte – zivile Krisenreaktionskräfte!!
Dringend sei die Untersuchung bisheriger Initiativen und ihrer Wirkungen (Evaluation)!
Klärung, wer was in welchen Konfliktstadien tun kann.
Wo liegen Probleme: liegt es an den Konflikten, an Akteuren, an Medien?
Fallbeispiele
Beispiel das Paratz-Projekt in Ex-Jugoslawien (mehr als 50 Akteure): Das Projekt versucht den Ortsansässigen, die sich von Nachbarn und der Welt verraten fühlen, zu zeigen, dass sie nicht verraten sind. Seit 1994 da, in völlig zerstörter Stadt. „Wir versuchen Hoffnung zu binden, dass sie wieder zueinander kommen können.“
Zu Kurdistan Andreas Buro: Konfliktanstöße: Assimilierungsabwehr, weniger Separatismus; nicht in Konfliktrealitäten. Konflikt stammt aus Interessen des türkischen Militärs und der kemalistischen Bürokratie. Interesseninduzierter Konflikt!! → verfälschende, Schwarz-Weiß-Konfliktbilder + Verhetzungen → Eigendynamik
Zu Afrika / Kenia Angelika Spelten(HH): Konfliktgebiet das inzwischen „ethnisch rein“. Sie kam als Konflikthelferin hin. Konfliktverlauf bis „jeder gegen jeden“. Zerfall der zivilen Gesellschaft, wo Ethnie als einziges Kriterium blieb.
Zu Ruanda Schwerner: Langfristig geplanter Genozid durch Regierung, geschichtlich einmalig. Abzug der Regierungstruppen abgesichert durch Frankreich, getarnt als humanitäre Aktion!! Kein Minderheitenproblem, kein Assim.problem, Lösung nicht durch Föderalismus. Abgrenzung zwischen Hutu und Tutsi wegen Vermischung der Ethnien sehr schwer, kaum kulturelle Unterschiede, nur in Produktionsweise … Kein Religionskonflikt (Kirche, obwohl 80% katholisch, versagte)
Politischer Konflikt wurde ethnisiert: Reduktion v. Etnizität. Genozid inszeniert von Clique in Gefahr, Macht zu verlieren.
Lösungen: Top-Terroristen müßten gefasst werden. Bisher können sie aber überall frei herumlaufen!
Gauchel (Oberst): Afrika zeigt sehr deutlich, dass Prävention viel besser + billiger als Reaktion. Zur Prävention gehören Früherkennung und politischer Wille.
Arnd Henze (WDR): Wenn in Kenia ein Menschenleben 50 DM „wert“. Wie Wie kann man dafüpr sorgen, dass 50 DM für Jugendliche nicht so unendlich viel Geld?
Und wie bei der Exekutive eine andere Einstellung, wo bisher zentrale Motivation, „an den Fleischtöpfen“ zu sein. Bis zum Polizisten der einfach abkassiert.
Zu Ex-UdSSR N. Belitser über Ukraine: pos. Entwicklung; kann exemplarische Bedeutung bekommen. (…), zu Tschetschenien —
Zum Baltikum Ozolins: im Mittelpunkt Staatsbürgerrecht. Bisher keine Gewalt. Die ist aber auch nicht auszuschließen. Russischsprechende Bevölkerung sehr desintegriert. Diese Staatenlosen dürfen sich politisch nicht organisieren in Lettland.
Von außen Radikalisierung durch Instrumentalisierung denkbar. Lettische Mentalität ist ruhiger, eher nordisch, erst denken, dann handeln. Weniger Gewaltneigung. Zentristische Parteien für Abschaffung verschiedener Diskriminierungen.
Zu Früher Prävention Frau Schmieg (BMZ) (s. Papier): regelmäßige Erfahrung, dass immer wieder Kriege ausbrechen, die Entwicklungsanstrengungen zerstören.
Entwicklungszusammenarbeit: Partner(reg.) müssen viel größere Rolle spielen. Politische Kriterien
Zur Krisenprävention gehören Partizipation, Rechtssystem, Militär und Polizei.
EZ kann zu gesellschaftlichem Dialog zwischen Gruppen beitragen, die nicvht miteinander sprechen. (klassische Aufgabe von Stiftungen)
Militär + Polizei: EZ kann zhur Demobilisierung beitragen.
Militär muss Bestandteil der Gesellschaft werden, Zivilisierung und Demokratisierung; auch Ausbildungshilfe des BMVg.
Über Länderanalysen ist herauszufinden, wo Krisenprävention prioritär.
Bisher noch keine Erfahrungen mit Konzwept Krisenprävention, das ganz neu. Folgen / Erfolge meist nur langfristig zu sehen.
Zu Präventiver Diplomatie Wellerts (AA, zuständig für OSZE):
Im Mittelpunkt des operativen Handelns: Konfliktbewältigung und Prävention.
OSZE-Langzeitmissionen, zzt. acht von unterschiedlicher Größe, für 6-12 Monate mit zivilen und militärischen Teilnehmern.
Erster Versuch in Serbien nicht erfolgreich.
Zweiter Versuch in Skopje: Übergreifen des Konflikts von Mazedonien verhindern.
3. Estland und Lettland: russische Minderheiten, lettisch-russischer Vertrag über Radarstation.
4. Moldau und Georgien: politische Lösungen finden. Kooperation mit russischen Friedenstruppen sehr unterschiedlich gut.
5. Tadschikistan
6. Bergkarrabach: hiert erstmals bei OSZE, eigene Friedenstruppe zu bilden.
7. Ukraine: neuer Status für die Krim.
8. Sarajevo: Unterstützung von drei Ombudsleuten.
Vorortarbeit ein enormer Vorzug: Detailkenntnisse, Glaubwürdigkeit, Flexibilität. (…)
Notwendig wäre ein Personalpool. Personalanfragen können nur z.T. aus eigenen Ministerien, auch aus NGO`s befriedigt werden.
Hanne-Margret Birkenbach: Langzeitmissionen in Estland und Lettland leisten phantastische Arbeit – vor Ort aber verhasst. Wichtige Voraussetzung bei allen Konfliktparteien Gewaltverzicht. Frauen bisher von solchen Missionen völlig ausgeschlossen.
AA-Wellerts: Die Initiative des Zivilen Friedensdienstes „ganz hervorragend“. Dadurch könne Personalpool entstehen, enorme Vereinfachung von Missionen, damit zugleich neues Mittel.
Zur Rolle von Militär Klaus-Willi Oberst i.G. Gauchel, Stabsabteilung Militärpolitik, Referatsleiter (zuständig für VN, nukleare + weltweite Rüstungskontrolle): Aufgaben der Politik gehen über das ganze Krisenspektrum. Streitkräfte dabei z.T. unterstützend, komplementär. Bewaffneter Einsatz nur bei einem kleinen Teil des Spektrums, als ultima ratio im Sinne eines äußersten, nicht letzten Mittels.
Streitkräfte können ohne politische Lösung nichts machen. Sie sind Voraussetzungen für die Entsendung von Soldaten. Dazu gehört ein glaubwürdiges politisches Mandat, politisches Konzept. Konzept.
Deutsche Streitkräfte mit ihrer beispielhaften Wehrverfassung sehr gut geeignet, beim Aufbau von Armeen in neuen Demokratien zu helfen. (militärische Prävention)
Militärische Ausbildungshilfe: klassische Blauhelme. (…)
VN-Spezialausbildung für Militärbeobachter, pro Quartal 30, davon 10 Ausländer) in Hammelburg. Lehrgang an Führungsakademie der Bundeswehr für internationale Stäbe. (…) Schwelle für Kampfeinsätze außerhalb der Landes- und Bündnisverteidigung sehr hoch.
Hanne-Margret Birckenbach: Starke Zweifel, dass Bundeswehr Demokratie beibringen könne.
Tilman Evers: Kritik an der Übernahme ziviler Funktionen durch`s Militär.
Gauchel bedauert tiefes Misstrauen in diesem Kreis gegenüber Offizieren. Bedauert Äußerungen zur Demokratiefähigkeit der Streitkräfte (beleidigt). Führungszentrum hat keine Planungskapazität. Keiner will Generalstab. Zivile Streitbeilegung nicht Teil der Ausbildung. Kommando Spezialkräfte nötig für Evakuierungen.
Zur Rolle der Friedensforschung Günter Baechler: „Mangelnde Prävention“? Stimmt nicht ganz, weil es auch viele Fälle gelungener (bewusst/unbewusst) Prävention gegeben hat. Thema der Forschung „Mangelnde Interventionsbereitschaft der internationalen Gemeinschaft“? Auch nicht die ganze Wahrheit. „Mangelnde Demokratie/Zivilgesellschaft“? Nicht die ganze Wahrheit! Längst nicht alle undemokratischen Staaten führen Kriege – oder demokratische Staaten bekriegen andere.
Projekt Umweltzerstörung und Kriegsursachen (Schweiz). Methoden des Konfliktmanagements sollen entwickelt und angewandt werden. (…)
Wellerts: Warnung, OSZE und Militärisches gegeneinander zu stellen. Ergänzt sich. Beispiel eines OSZE-Einsatzes in Georgien, wo Friedenstruppen Rahmen schaffen. (…) Wer Bedeutung der Friedenstruppe / militärischen Komponente grundsätzlich anzweifelt, nimmt Konfliktverschärfung in Kauf.
Wieweit müssen überhaupt Konfliktursachen verstanden werden, um sinnvoll handeln zu können?
Wo könnten Ressorts der Akteure (BMZ, AA, Friedensforschung, Bundeswehr) am besten ansetzen? BMZ: ganz früh und am Ende. AA: Langzeitmissionen, Voraussetzung: Konfliktparteien müssen kooperationsbereit sein. Waffenstillstand. Annäherung zwischen OSZE und NGO`s wäre angebracht. BMVg: Streitkräfte vor allem bei Prävention und Peacebuilding. Früherkennung gibt es wohl in allen Ministerien. Notwendig wäre wohl ein Lagezentrum der Bundesregierung.
G. Baechler: Forschung braucht institutionelle Ressourcen.
(Oberst Gauchel pikiert über kritische Fragen, die für ihn Vorurteile)
Wie lässt sich eine Infrastruktur aufbauen?
McDonald (USA): sehr langsamer Prozess. Über Aufbau des US-Peace-Institutes.
Arno Truger (Direktor Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining):
– Akteure: Verbreitung des Spektrums und Internationalisierung und Nichtregierungsbereich. Am meisten müssen Militär und Regierungen umlernen. Auch Wirtschaft wird stellenweise aktiv (Angst um Investitionen).
– Kooperation: Heterogene Kurse! Bei Kooperation zwischen Zivilen und Militär wichtig, dass Funktionen getrennt bleiben, dass Militärs bei ihren Leisten bleiben. Militär in der Regel auch nicht für Ziviles ausgebildet.
– Notwendige Einrichtungen: Organisationen und Institutionen mit spezifischem Profil sollen bleiben. Eigenständigkeit und Kooperation.
Andreas Buro: zweifelt Sinnhaftigkeit von Kooperation Zivil – Militär an. Das setzt gemeinsame Politik voraus, wahrscheinlich wäre das Militärische dann das Bestimmende. Zivile Konfliktbearbeitung grundsätzlich anders angelegt, auf Ausgleich usw. angelegt.
Arno Truger empfiehlt, nicht mit fertigen Konzepten anzufangen, sondern gemeinsam mit möglichen Kooperationspartnern was zu entwickeln
In Stadtschlaining Ausbildung von Zivilisten. Aber sie müssen auch Kooperation mit Blauhelmen können.
(…)
Die gesamte Tagung in Loccumer Protokolle 24/95, Loccum 1996
Zu den Folgetagungen
– Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit. Die Medien zwischen Kriegsberichterstattung und Friedensberichterstattung, 15.-17.12.1995
– Streitschlichtungskräfte – Aufbau und Qualifizierung, 18.-19.03.1996
fand ich in meiner Notizkladde III, S. 62-69 und S. 150-155 ausführliche Mitschriften.
Auswahl seiner Monographien und Aufsätze bis September 2006 zum Thema zivile Konfliktbearbeitung https://www.tu-braunschweig.de/inge/institut/team/ehemalige/hon-prof-dr-joerg-calliess/publikationen
Gewaltverständnis und Gewaltaufklärung. In: Jörg Calließ (Hrsg): Gewalt in der Geschichte. Düsseldorf 1983, S. 9-16.
Gewaltverständnis und Gewaltaufklärung. In: Institut Jugend Film-Fernsehen (Hrsg.): Gewalt – Eine Gesellschaft unter Druck. Filme zur Diskussion 40. München 1993. S. 9-14.
Friede kann nicht erzwungen werden. In: Berliner Debatte INITIAL 6/1995. S. 37-46.
Friedlich Frieden schaffen. Die Rolle der nichtstaatlichen Organisationen bei der Konfliktbewältigung. In: IFDT 1/95. S. 40-47.
Frieden ohne Zwang: Akteure ziviler Konfliktbearbeitung. In: Wissenschaft und Frieden. Dossier 21, 4/1995. S. IX-XIV. (Mitautorin: Christine M. Merkel)
Frieden ohne Zwang. Konfliktbearbeitung, eine Handwerkskunst mit Augenmaß. In: „….. ultima ratio?!“ Probleme des Friedens. Politische Schriftenreihe 3/1996. S. 105-116. (Mitautorin: Christine M. Merkel)
Aufbau einer Infrastruktur für Zivile Konfliktbearbeitung. In: Wissenschaft und Frieden 2/96. S. 46-50.
Die Aufgaben ziviler Konfliktbearbeitung und der Aufbau einer angemessenen Infrastruktur. In: DIE FRIEDENSWARTE 4/1996, S. 395-416.
Die Aufgaben ziviler Konfliktbearbeitung und der Aufbau einer angemessenen Infrastruktur. (Überarbeitete Fassung des Aufsatzes von 1996.) in: Berthold Meyer: Formen der Konfliktregelung. Eine Einführung mit Quellen, Opladen 1997. S. 240-255.
Frieden ohne Zwang: Konfliktbearbeitung als Handwerkskunst. In: Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (Hrsg.): Kultur des Friedens. Wege zu einer Welt ohne Krieg. Darmstadt 1997, S. 118-124 (Mitautorin Christine M. Merkel).
Sicherheitspolitische Kommunikation. Über Strukturen und Defizite im Prozeß der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit den Frage nach Sicherheit und Frieden. In: Sven Bernhard Gareis (Hrsg.): Sicherheitspolitische Kommunikation. Strausberg 1998
Woran eine friedenspolitische Neuorientierung scheitert. In: Evangelische Kommentare 6/98, S. 337-340.
Was hat 1997 dem Frieden genützt und was hat ihm geschadet? In: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, Schweizerische Friedensstiftung u. a. (Hrsg), Afrikanische Perspektiven. Friedensbericht 1998. DIALOG Beiträge zur Friedensforschung Bd 34, Heft 1-2/1998, Chur/Zürich 1998, S. 15-20.
Das Zivilisatorische Hexagon. Die Ursachen der Gewalt und die Bedingungen von Frieden. In: Loccumer Initiative kritischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Hrsg.), Gewalt und Zivilisation in der bürgerlichen Gesellschaft. Hannover (Offizin-Verlag) 2001, S. 26 – 33
Diskurse in Zeiten des Krieges – oder: Die Kritik an der Kriegsberichterstattung braucht weitere Horizonte. In: Christian Büttner u. a. (Hrsg.), Der Krieg in den Medien, Frankfurt a. M. / New York (Campus-Verlag) 2004, S. 199 – 210 (Mitautor Stefan Raue)
Handbücher (…)
Buchveröffentlichungen in verschiedenen Verlagen und Zeitschriften (…)
Loccumer Protokolle (…)
Die Zivilisierung des Konfliktes. Auf der Suche nach einem Konzept für die zukünftige Gestaltung des West-Ost-Verhältnisses. 2 Bände. Loccumer Protokolle 4/89. Loccum 1989
Um den Konsens streiten. Neue Verfahren der Konfliktbearbeitung durch Verhandlungen. Loccumer Protokolle 12/89. Loccum 1991
Peaceful Settlement of Conflict – A Task for Civil Society. Loccumer Protokolle 7/93: Loccum 1993. (Mitherausgeberin: Christine M. Merkel)
Auf dem Wege zur Weltinnenpolitik. Vom Prinzip der nationalen Souveränität zur Notwendigkeit der Einmischung. Loccumer Protokolle 21/93. Loccum 1994
Vom Heimatverteidiger zum UNO-Streiter. Rolle und Selbstverständnis der Soldaten. Loccumer Protokolle 28/94. Loccum 1994
Peaceful Settlement of Conflict – A Task for Civil Society II: Third Party Intervention. Loccumer Protokolle 9/94. Loccum 1995 (Mitherausgeberin: Christine M. Merkel)
Peaceful Settlement of Conflicts as a Joint Task for International Organisations, Governments and Civil Society. Possibilities and Instruments for Conflict Management in Cases of Ethno-National Tension. Loccumer Protokolle 24/95. Loccum 1996
Kirche und Frieden. Die Zukunft der christlichen Friedensdienste. Loccumer Protokolle 19/95. Loccum 1996
Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit. Oder: Die Medien zwischen Kriegsberichterstattung und Friedensberichterstattung. Loccumer Protokolle 69/95. Loccum 1997
Bundeswehr und Gesellschaft. Loccumer Protokoll 60/96. Loccum 1997
Barfuß auf diplomatischem Parkett. Die Nichtregierungsorganisationen inder Weltpolitik. Loccumer Protokolle 9/97. Loccum 1998
Friedensethik und der Auftrag der Bundeswehr. Loccumer Protokolle 1/98. Loccum 1998
Agenda für den Frieden: Versöhnung. Loccumer Protokolle 55/98. Loccum 1999
Agenda für den Frieden: Interkulturelle Mediation. Loccumer Protokolle 7/99. Loccum 1999
Europa nach dem Kosovo-Krieg. Loccumer Protokolle 17/00, Loccum 2001
Zivile Konfliktbearbeitung im Schatten des Terrors. Loccumer Protokolle 58/02, Loccum 2003
Geschlechterverhältnisse in der Überwindung von Gewaltkonflikten. Loccumer Protokolle 27/03, Loccum 2004
Die Rolle der Diaspora in Krisenentwicklung und ziviler Konfliktbearbeitung. Loccumer Protokolle 70/03, Loccum 2004
„Rule of Law“. Die Förderung von Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit in Entwicklungs- und Friedensprozessen. Loccumer Protokolle 66/04, Loccum 2006
Fragile Statehood. Can Stability and Peace be Advanced from Outside?. Loccumer Protokolle 74/ 05, Loccum 2006