Was ich so mache? Hier eine Übersicht:
Meine Friedenswochen August – Ende Oktober 2025
Winfried Nachtwei, www.domainhafen.org
01.08. Zu Hamas – Israel – Gaza: Nach vielen Likes + Kommentaren zu meinem Gaza-Post vom 30.07. (meine erste öffentliche Äußerung zum Thema) mache ich mich an eine ausführliche Stellungnahme, mit der ich meine Sprachlosigkeit überwinden, Polarisierung reduzieren und dabei nicht in verbreitete Einseitigkeiten verfallen will. Ich beginne mit Hilfe meines ISR-PAL-Ordners mit der Auswertung von Artikeln meiner regelmäßigen Printmedien SZ, taz, FAZ, ZEIT, Spiegel.
04.08. Vorbesprechung mit Gudrun Wolf und Geert Franzenburg zu einer Lettland-Veranstaltung im November
Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden & Internationales Nahost-Prozess I zu „Das Völkerrecht in einer multilateralen und unsicheren Welt“ mit Prof. Claus Cress
06.08. Posts zum privaten Abschied von Annalena Baerbock am 7. Juli (vgl. Meine Friedenswochen Juni – Juli) auf www.facebook.com/winfried.nachtwei und Linkedin 07.08.
08.08. Fertigstellung des Beitrags „Unfertige Anmerkungen zur veränderten Rolle von zivile Krisenprävention etc. angesichts wuchernder Regellosigkeit und Konflikttreiber“, fünf Seiten, für die Selbstverständnisklärung des Beirats ZKP ( www.domainhafen.org )
10.-16.08. 26. Riga-Besuch seit 1989: Im Mittelpunkt drei Besuche bei Margers Vestermanis, Überlebender und Historiker des Holocaust in Lettland, der im September 100 Jahre alt wird.
– Gespräche in der Deutschen Botschaft zur aktuellen sicherheitspolitischen Lage: Unterrichtung durch den Militärattaché, die stellv. Botschafterin, zwei Bundeswehroffiziere von der NATO Force Integration Unit und dem Center of Excellence for Strategic Communication, dem Kulturreferenten, dem BKA-Verbindungsbeamten, persönliches Gespräch mit Botschafterin Gudrun Masloch.
– Ausführliches Gespräch mit Gita Ulmanovska, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinde
– 14.-15.08. Abstecher nach Narva, der östlichsten Stadt Estlands (Bus-Direktverbindung 6 Stunden), überwiegend russischsprachig, Ortsbesichtigung zum „Narva-Szenarios“ in „Wenn Russland siegt – ein Szenario …“ von Carlo Masala ( vgl. https://domainhafen.org/2025/07/17/zu-wenn-russland-siegt-das-narwa-szenario-von-carlo-masala-zusammenfassung-kommentar-lehren-von-w-nachtwei/ vom 07.07.)
– Mit dem Rad zu den Orten des NS-Terrors Massengräber/Gedenkstätte Bikernieki, KZ Kaiserwald und erneuter Besuch des Okkupationsmuseums.
18.08. BAG F&I, zweite (virtuelle) dreistündige Sitzung des Nahost-Prozesses: Von der Kritik zur Konsequenz
20.08. Ankündigungs-Post zur Kundgebung zum 34. Unabhängigkeitstag der Ukraine am 23.08. in Münster
23.08, Kundgebung zum Unabhängigkeitstag der Ukraine, beginnend mit Demonstration von den Aasee-Kugeln zum Prinzipalmarkt: Reden von Mariya Sharko, Vors. des Vereins Ukrainische Kultur …“, Bürgermeisterin Maria Winkel, Weihbischof Stefan Zekorn. Kajo Schukalla, Gesellschaft für bedrohte Völker, und mir. Olga Stromberger berichtet vom Schicksal der über nach 20.000 nach Russland verschleppten Kinder (Bericht und Rede auf https://domainhafen.org/2025/08/25/zum-34-unabhaengigkeitstag-der-ukraine-solidaritaetskundgebung-in-muenster-bericht-und-meine-rede/ ), 24.08. Post zur UKR-Kundgebung auf Facebook (gute Resonanz, viele Ukrainer:innen)
Zum 1. Entwurf meines Gaza-Textes (an ihm arbeite ich seit drei Wochen) ausführliche Stellungnahmen von Jörn + Michael, zwei sehr Nahost-erfahrenen ehem. Kollegen und Freunden
28.08. Jährliches Corps Biwak des 1. Deutsch-Niederländischen Corps am Schlossplatz: Viele Begegnungen mit deutschen und niederländischen Offizieren aus den letzten 20 Jahren; ausführliches Gespräch mit Generalmajor Harm de Jonge, ehem. stv. Kommandierender General des Corps und ehem. stv. Kommandeur des ISAF Command South in Kandahar, im Juli 1995 Chef des Stabes bei UNPROFOR in Zagreb während der Srebrenica-Zuspitzung (vgl. Text vom 02.09.)
31.08. Korrekturen der Druckfahne meines Beitrags „Der Fall Afghanistan – Friedensethik gescheitert?“ für das Friedensethische Lesebuch
– Benefizkonzert ab für die Ukraine (Evakuierungsfahrzeug) ab 17.00 im Ballenlager in Greven, veranstaltet von „You are. Ukraine-Hilfe aus aller Welt“: Begeisternde Darbietung einer neunjährigen „Sandkünstlerin, der Sängerin Maria aus Osnabrück, des Duo Kalyna u.a. Am Abend „The Sixters“, Power-Girls-Rockband, am 3.9. Post zum Benefizkonzert auf Facebook
01.09. BAG F&I, Nahost-Prozess III: Zwei Staaten
02.09. Text „Srebrenica vor 30 Jahren: „Die unbekannte Geschichte eines niederländischen Oberst, der einen realistischen Plan zur Verteidigung der Schutzzone entwarf. Höhere Ebenen blockierten die Umsetzung – verweigerte Schutzverantwortung“, im Anhang Beratungspapier „Nach Srebrenica: Zusehen, Eingreifen oder was?“ von August 1995, auf https://domainhafen.org/2025/09/02/srebrenica-vor-30-jahren-die-unbekannte-geschichte-eines-niederlaendischen-oberst-der-einen-realistischen-verteidigungsplan-fuer-die-schutzzone-vorlegte-hoehere-ebenen-blockierten-die-umsetzung-s/ ; am 03.09. Post der de Jonge Geschichte (Srebrenica) auf Linkedin
04.09. Zu hybriden Bedrohungen: Ad-hoc-AG „Zivil-militärische Zusammenarbeit“ des Beirats Innere Führung bei der Deutschen Telekom in Bonn: Herausforderungen zum Schutz Kritischer Infrastruktur aus Sicht der Telekom, Drohnendetektion, Schutz kritischer Rechenzentren, Vertreter des NRW-Innenministeriums zu Kritischer Infrastruktur und Herausforderungen zum Umgang mit Drohnenbedrohung und Gegenmaßnahmen
Presseanfrage von Thorsten Jungholt/Welt zu Lehren aus der Enquete-Kommission des Bundestages zu Afghanistan für die parlamentarische Kontrolle angesichts des Vorrangs der Landes-/Bündnisverteidigung, des Nachholbedarfs bei der Zivil- und Gesamtverteidigung und des neuen Bundessicherheitsrates: Meine Antwort in Jungholts Artikel ´„Existentiell bedrohte Sicherheit“ – und ein Bundestag im Dämmerzustand` in der Welt am 09.09.25, https://www.welt.de/politik/deutschland/article68b9c3c472019652f128aafd/aufruestung-und-zivilschutz-existenziell-bedrohte-sicherheit-und-ein-bundestag-im-daemmerzustand.html (die Vorsitzenden von fünf betroffenen Bundestags(unter)ausschüssen antworteten ausweichend oder gar nicht, Antworten nur vom DBwV-Vorsitzenden Oberst Andre Wüstner, Prof. Carlo Masala und mir – alle Sachverständige in der Enquete-Kommission. Einmütiger Tenor: die Enquete-Empfehlungen gelten noch dringender für die notwendige Stärkung der Gesamtverteidigungsfähigkeit.
Zu Schutzverantwortung / Responsibility to Protect, Resolution der UN-Generalversammlung vor 20 Jahren: Mail zu einem Artikel in „loyal“, dem sicherheitspolitischen Magazin des Reservistenverbandes, von Chefredakteur Andre Uzulis (meine Anmerkungen erscheinen in der Oktoberausgabe als Leserbrief)
05.09. Beerdigung von Ernst-Albrecht von Renesse (95 Jahre), langjähriger Geschäftsführer des Instituts für Entwicklungsforschung und -politik (IEE) der Ruhr-Uni-Bochum, auf dem Evangelischen Friedhof in Ratingen-Homberg. Von Renesse war Mitbegründer der Iserlohner Afghanistan-Tagung 1984, seit (…) an der Evangelischen Akademie Villigst/Schwerte, seit vielen Jahren bin ich Mitglied des Vorbereitungsteams der Tagung; die 39. findet am 17./18. Oktober erstmalig in Berlin statt.
07.09. Geschafft: Text „Zum Hamas-Terror, zur israelischen Selbstverteidigung / Kriegsführung, zur Außerkraftsetzung des humanitären Völkerrechts und zur Schutzverantwortung – Die Leiden der anderen“ 21 Seiten; Einzelversendungen zuerst an die Grünen-MdB der Fachbereiche 3 (Inneres) und 4 (Internationales) und Mitarbeiter:innen, an BAG F&I-Sprecher:innen, dann Mitglieder des Beirats ZKP und Innere Führung, AG Bw, einzelne aus der Münsteraner Erinnerungsarbeit
08.09. Interne Sitzung des Beirats Zivile Krisenprävention + Friedensförderung der Bundesregierung in der Berghof-Foundation: Schwerpunkt Neuausrichtung des Beirats, Leitfrage: Integrierte Sicherheit und Friedensfähigkeit – Was bedeutet dies für uns? 09.09. Jour Fixe von Ressortkreis Zivile Krisenprävention und Beirat im Bundesumwelt-ministerium: Umwelt und SicherheitRückblick Peacekeeping Ministerial; Stand ziviler Kapazitätsziele und Haushalt 2026; Updates aus den Ressorts und dem Beirat; Vorstellung der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung (FoKS)
10.09. Verschickung Gaza-Papier (erste Welle);
Einladung zur AG Bundeswehr der BAG F&I am 25.09. (die AG Bw besteht seit 2020 und traf sich bisher 52 Mal virtuell, koordiniert von Imke, dann Jasmina und mir)
11.-12.09. Truppenbesuch und Vollsitzung des Beirat Innere Führung: Flug mit A400M nach Laage, unterwegs Abfangeinsatz durch zwei Eurofighter; Briefing Kommodore TaktLwG 73 Steinhoff; Flugbetrieb, Statc Display, Gespräch mit Piloten, Technikern); Rostock Gubkow: Sanitz, FlaRakGrp 21: Stv. Kdr, VCT mit Kommandeurin OTL Pillath, Kontingentführerin DEU AMD (Air Missile Defence) Task Force NSATU (NATO Security Assistance + Training for Ukraine in Polen) (unmittelbar nach Eindringen eines russischen Drohnenschwarms in den polnischen Luftraum); Briefing durch den Beauftragten für Projekte der bodengebundenen Luftverteidigung bei der Luftwaffe; Verlegung mit CH-53 Hubschrauber von Sanitz nach Berlin (Julius Leber Kaserne), ansatzweise im Konturenflug
13.09. BAG Frieden & Internationales in der Bundesgeschäftsstelle: Zur Gegenwart und Zukunft für Israel und Palästina und das deutsch-israelische Verhältnis mit Dr. Peter Lintl (SWP); Schreibgruppen zum Antragsentwurf Nahost für die BDK Ende November
14.09. Gaza-Text auf www.domainhafen.org in drei Teilen, auf Facebook und Linkedin
– Kommunalwahlen in NRW (Rat, Bezirksvertretungen, OB); Wahlparty im Lokal „Galactica“. Gegen den Landestrend Grüne stärkste Fraktion, Vorsprung des grünen OB-Kandidaten Tilman Fuchs (im Wahlkampf diente meine Garage als Flyer-Depot)
15.09. Zusammenstellung der Fotomappe „Dem Pionier und Großmeister der Erinnerung gegen die Unmenschlichkeit Margers Vestermanis zu seinem Hundertjährigen am 18.09.2025“, 22 Seiten
16.-20.09. 27. Riga-Besuch zur Feier des 100. Geburtstages von Margers Vestermanis am 18. September im Großen Saal des Jüdischen Gemeindehauses in der Skolas iela: Der Jubilar berichtet über seinen (Über-)lebenslauf: In den ersten Monaten der deutschen Okkupation Erschießung erst seines Bruders, dann seiner Eltern und Schwester; Ghetto, KZ, Partisan, Befreiung am 9. Mai 1945; Historiker mit Betätigungsverbot zu Holocaust-Themen, Öffnung der Erinnerung mit der Unabhängigkeit, Aufbau des Museums „Juden in Lettland“, jahrelange Arbeit an seinem Hauptwerk über die Judenretter in Lettland, das heute präsentiert wird: „Humanity Wasn`t Dead After All“ – fertiggestellt im 100. Lebensjahr! Es soll mit AA-Unterstützung auch auf Deutsch erscheinen.
Kurze Reden von über 30 Gratulanten: die Parlamentspräsidentin, Kultusministerin, die Botschafter:innen von Israel, Deutschland, Österreich, Ungarn, Leiter verschiedener Historischer Einrichtungen und Museen, ich werde als 17. aufgerufen. Im Vorraum Ausstellung zu seinem Lebensweg und -werk. (Bericht auf https://domainhafen.org/2025/09/23/ein-lebens-entedankfest-zum-100-geburtstag-von-magers-vestermanis-ueberlebender-und-historiker-des-holocaust-in-lettland-mit-gratulation/
– Treffen mit Hermann Kuhn, langjährigem Grünen-Politiker aus Bremen, der von Anfang an den Aufbau des Museums „Juden in Lettland“ unterstützte
– Besuch der Gedenkorte Bikernieki und Kaiserwald mit Thomas Rey, beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zuständig für das Deutsche Riga Komitee, dem Kulturreferenten der Botschaft Christopher Gronau und dem Volksbund-Vertreter in Riga Janis Racins
24.09. 4. Ortskräftekongress und 10 Jahre Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte e.V. in der Französischen Friedrichstadt-Kirche in Berlin: „Aus Erfahrung Verantwortung. Aus Verantwortung Zukunft.“ Input von mir zu den Ergebnissen und Empfehlungen der Enquete-Kommission des Bundestages zu Afghanistan
25.09. AG Bundeswehr der BAG Frieden & Internationales (virtuell), 53. Sitzung seit 2020: Aktuelles Thema Drohnenbedrohungen; Absprachen wg. BDK-Anträgen, nächstem Truppenbesuch
26.09. Benefizkonzert „Verleih uns Frieden“ für ukrainische Kriegsverletzte (UNBROKEN Center in Lviv) in der Lambertikirche zu Münster mit Philipp Mathmann, Counter-Tenor und Sopran (eine himmelhoch-klare Stimme), Barockensemble I Porporini, Kammerchor St. Lamberti; Post auf Facebook am 27.09.
28.09. Stichwahl OB Münster: Tilman Fuchs weit vorn mit 57,9% vor Dr. Georg Lunnemann mit 42,1%. Mehrfach bekomme ich zu hören, ich hätte mit dazu einen Grundstein gelegt. In den Nachbarstädten Telgte (55,5%), Emsdetten (61,7%) und Havixbeck (56,5%) wurden Grüne wiedergewählt.
29.09. 25. Außenpolitische Jahrestagung der Heinrich Böll Stiftung „Reclaiming Peace? Freiheit und Sicherheit in einer fragmentierten Welt“, teilweise über Livestream verfolgt.
Vortrag „Zum Umgang mit der stillen Mitte“ von Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, ehem. Präsident des Bundesverfassungsgerichts (2010-20), Vorsitzender von „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ im Franz Hitze Haus in Münster, 300 Interessierte. Ausgehend von der Studie der BertelsmannStiftung „Selbstbeschädigung der Mitte“ und der Analyse von drei Milieus mit besonders starker Wählerwanderung zur AfD macht Voßkuhle Vorschläge, wie ein Teil dieser neueren AfD-Wähler:innen zurückgewonnen werden könnten und sollten. ( https://www.bistum-muenster.de/startseite_aktuelles/newsuebersicht/news_detail/ )
30.09. Kundgebung „Für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden in Israel und Palästina“, veranstaltet vom Initiativkreis Nahost Münster, mehr als 100 Teilnehmer:innen: ungewöhnlich bewegend + überzeugend, orientiert auf konkrete Menschlichkeit, auf Wahrnehmung und Empathie für die Leiden der Anderen, ohne jede Lager-Einseitigkeit, Klartext-Wahrnehmung und -Sprache, ohne Parolen. Angesichts verbreiteter Polarisierung und Einseitigkeiten ein regelrechter Durchbruch.
Gaza-Papier auf den Verteiler GAL-Debatte Münster
01.10. Feierlicher Appell zur Kommandoübergabe Inspekteur Heer in der Hardenberg-Kaserne in Strausberg östl. Berlin von Generalleutnant Alfons Mais an Generalleutnant Christian Freuding (bisher Leiter Planungsstab und Sonderstab Ukraine im BMVg; im vorigen Jahr auch als Gast in der AG Bw): Reden von Glt Mais, Minister Pistorius und Generalinspekteur Breuer. Gespräche mit Oberst Rainer Buske (2008 Kommandeur PRT Kunduz), Oberst Werner Klaffus, Kdr UN-AusbZBw in Hammelburg, Dr. Jasper Wieck, Abteilungsleiter Politik im BMVg, ehem. AGG-Beauftragter, Glt a.D. Johann Langenegger, ehem. stv. InspH, und viele andere.
02.10. Meine Widerworte zum Aufruf „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!“ zu den Demos“ am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart: Empathielos gegenüber Angegriffenen, kein Wort zu Angriffskriegern, mit alten Parolen gegen wehrhaften Frieden“ an grüne MdB`s, Journalisten (taz, FAZ, SZ, Welt, table media), Beirat Innere Führung, an Friedensgruppen, bei denen ich in der Vergangenheit eine Wertenähe erlebte (Netzwerk Friedenskooperative, Int. Versöhnungsbund, Pax Christi, Gewaltfrei grün. Auf www.domainhafen.org , Facebook und Linkedin (86 Likes in einem Tag, für meine Verhältnisse Spitzenreiter)
03.10. Teilnehmende Beobachtung der Kundgebung und Demo „Nie wieder kriegstüchtig“ auf dem Bebelplatz in Berlin: lt. Polizei 7.500, lt. Veranstalter 20.000 Teilnehmer:innen. Die Kundgebung ist geprägt von
– Feindbildern („Kriegstreiber“ nur in Deutschland, EU, NATO, die „lügen und betrügen“), Einseitigkeit und Polarisierung, reich an Parolen und Desinformation, arm im Argumentieren,
– Ausblendung des russischen und Hamas-Terrors, völlige Empathielosigkeit gegenüber deren Opfern, Leugnung der hybriden Angriffe aus Russland.
Nach hunderten Friedensdemos, die ich seit 1980 erlebt habe und wo es seit den Balkankriegen eine Entfremdung gab, empfinde ich die heutige Veranstaltung als Absage an jede Glaubwürdigkeit und Friedensfähigkeit, als politischen und moralischen Bankrott. Mein Bericht „Glaubwürdig friedensunfähig“ zur Demo am 3.10. am 13. Oktober auf www.domainhafen.org https://www.linkedin.com/in/winfried-winni-nachtwei-a764a34a/recent-activity/all/ . Am 14.10. neunzigminütiges Telefonat mit dem Friedensreferenten einer Friedensorganisation, die den Demo-Aufruf unterstützt und die ich seit Jahren als wertenah erlebt hatte: Sehr offen, selbstkritisch, „wir bleiben im Austausch“.
06.10. Vortrag und Aussprache zu „Friedenspolitik in unsicheren Zeiten“ beim Markus Forum um Halb Acht im Gemeindezentrum der Evangelischen Markus-Kirchengemeinde in Münster Kinderhaus. Nach einem Rückblick auf friedens- und sicherheitspolitische Umbrüche seit den 1980er Jahren (Mauerfall, Balkankriege, 11. September 2001 und dem strategischen Scheitern in Afghanistan) schildere ich den Epochenbruch des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, Felder der hybriden Kriegsführung gegen das demokratische Europa, die Erschütterung bisheriger Gewissheiten und die Notwendigkeit von wehrhaftem Frieden. Erstmalig bei einer Vortragsveran-staltung thematisiere ich auch den Hamas-Terror, die israelische Kriegsführung und Außerkraft-setzung des humanitären Völkerrechts. Trotz der gegenwärtigen Priorität von Friedenssicherung durch glaubwürdige Abschreckung/Verteidigungsfähigkeit bleiben die friedenspolitischen Aufgaben und die globalen Nachhaltigkeitsziele essentiell – und die UN weiterhin unverzichtbar. Das Foyer ist mit rund 70 Interessierten gut gefüllt, die bald einstündige Aussprache vielseitig, nachdenklich und sachlich. (Reihe „Demokratie und Frieden“, in der vorher der ehem. MdB-Kollege Ruprecht Polenz und nachher die Notfallseelsorgerin Alexandra Hippchen referier(t)en.)
07.10. Teilnahme an der virtuellen Veranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft Frieden, Entwicklung und Migration der Grünen Brandenburg zu „Drohnen, Desinformation und Destabi-lisierung – wie gehen wir als Friedenspartei mit den Herausforderungen dieser Tage um und wie erobern wir den Friedensbegriff von den Rändern zurück?“ mit MdB Sara Nanni, sicherheitspolitische Sprecherin der Fraktion.
08.10. Zoom-Vorbereitung der AFG-Tagung am 17./18.10. in Berlin
Im Zentrum Internationale Friedenseinsätze/ZIF in Berlin: „Hybride Bedrohungen – neue Dimension für Friedenseinsätze“ – Vorstellung der ZIF-Studie von Monika Benkler + Philipp Schweers durch die Autor:innen, Austausch mit weiteren ZIF-Sekundierten aus Friedensmissionen + internationalen Institutionen. Erfreute Wiederbegegnung mit Philipp Schweers (2009 in AFG.) https://www.zif-berlin.org/sites/zif-berlin.org/files/2025-09/ZIF%20Studie_Hybride%20Bedrohungen_Neue%20Dimension%20fuer%20Friedenseinsaetze.pdf )
09.10. Jahrestagung des Beirats Zivile Krisenprävention und Friedensförderung der Bundesregierung: Berlin Peace Dialogue 2025 „“Hybrid Threats and Civilian Prevention: Building Resilience in a Fragmented World“ erstmalig im Bundesverteidigungsministerium mit hervorragenden internationalen Expert:innen aus Politik, Diplomatie, Militär, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in zwei Plenarpanels und vier Workshops. https://www.linkedin.com/posts/der-beirat-zkp_berlinpeacedialogue2025-berlinpeacedialogue-activity-7382073114723270656-GWtH/ ; https://www.bmvg.de/de/aktuelles/berlin-peace-dialogue-2025-im-verteidigungsministerium-6006388 ; https://www.presseorgane.de/2025/10/berlin-peace-dialogue-zu-hybriden.html
16.10. Virtuelle (53.) Sitzung der AG Bundeswehr in der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden & Internationales: Schwerpunktthema „Hybride Bedrohungen – Sachstand und politische Prioritäten“ mit MdB Konstantin von Notz. Weitere Themen: Bericht von der heutigen Bundestagsdebatte zum Wehrdienstgesetz, Übersicht zu uns betreffenden BDK-Anträgen, 30 Teilnehmer:innen
17.-18.10. 39. Villigster Afghanistan-Tagung „´Stillstand ist der Tod …`. Neuer Anlauf für die deutsche Afghanistan-Politik“ im Johannisstift, Berlin-Spandau´:
– Dankbare Erinnerung an den Mitbegründer der (ursprünglich Iserlohner) Afghanistan-Tagung im Jahr 1984, Ernst-Albrecht von Renesse (22.6.1930-22.8.2025)
– Realitäten ernst nehmen: Welche Zukunft hat Afghanistan? Vortrag von Baktash Siawash. Diskussion mit Tobias Matern, SZ, Chef vom Dienst internationales Politikprogramm, Süd-/Südost-Asien
– Brücken bauen, Grenzen überwinden: Musik und Poesie als Wege der Verständigung mit Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi und Niki Karimi, beide aus Münster. Ein beglückender Abend!
– Neue Ansätze für einen innerafghanischen Dialog mit Hans-Hermann Dube, 2003-2015 GIZ-International Services, und Dr. Tilman Röder, Direktor von „Just Peace“, moderiert von mir
– „Klimafolgen, Armut, Migration – Herausforderungen für humanitärte Hilfe“ mit Dr. Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär von Help, Dr. Abdullah Fahimi, Zentrum Klima + Außenpolitik /DGAP
– Gallery Walk: Präsentation von in Afghanistan tätigen Hilfsorganisation Krankenhaus-Projekt Chak in der Provinz Wardak (seit 30 Jahren, gegründet von Karla Scheffter), Kinder brauchen uns (KBU) e.V. (medizinische Hilfe für schwer kranke Kinder), Afghanischer Frauenverein, Ärzteverein für afghanische Flüchtlinge (seit 1983)
– Neuer Anlauf für die deutsche Afghanistanpolitik mit Dr. Almut Wieland-Karimi, ehem. Direkto-rin des Zentrums Internationale Friedenseinsätze / Senior Policy Advisor, Botschafter Erik Kurzweil, Beauftragter für Indopazifik-Politik, Südasien und Afghanistan im AA, und Emran Feroz, Autor und freier Journalist
Seit langem endlich wieder in Präsenz! Solch eine Mischung von Afghanistan-Herkunft, -Erfahrung, -Kompetenz, Herzensbindung und langem Atem gibt es – so mein Eindruck – nirgendwo sonst in Deutschland, vielleicht auch nicht in Europa. (Die Tagung besuchte ich 2009 erstmalig und seitdem regelmäßig, ab 2013 als Mitglied des Vorbereitungsteams der Tagung.)
22.10. Impressionen zur AFG-Tagung auf www.facebook.com/winfried.nachtwei und Linkedin gepostet.
20.10., taz talk (Livestream) Jan Feddersen/taz im Gespräch mit Artur Weigandt, Journalist, in Kasachstan geboren, im Emsland aufgewachsen, zu seinem Buch „Warum ich für euch kämpfen würde – Mein Bruch mit dem Pazifismus“. Er schildert seinen Prozess des „Aufwachens“, als seit dem russischen Angriff auf die Ukraine Freunde bombardiert oder abgeholt werden, als bei ihm über seine Eltern generationenübergreifende Traumata aufbrechen, angefangen beim Holodomor. Er verabschiedet sich von „Frieden um jeden Preis“, will was tun, wird Dolmetscher bei der Ausbildung ukrainischer Soldaten in Deutschland. Die Erfahrungen seiner Freunde, Eltern, der ukrainischen Soldaten machen ihm bewusst, dass „Nie wieder“ Angriffskrieg meint – eine Haltung konträr zu Ole Nymoen`s „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde – Gegen die Kriegstüchtigkeit“, das auf die Spiegel-Bestseller-Liste gelangte. Der taz talk auf https://www.youtube.com/watch?v=97o_Vi7Ct0Q .Anschließend Mailwechsel mit Jan Feddersen.
23.10. 4. Ökumenischer Friedensdialog der Evangelischen Friedensarbeit und der Dt. Kommission Justitia et Pax im Erbdrostenhof in Münster: „Voraussetzungen und Grenzen von Versöhnungsprozessen nach Kriegen“ mit Dr. Irina Scherbakowa, Gründungsmitglied von Memorial (2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet), Myroslav Marynovych, Präsident des Institute od Religion and Society der Ukrainian Catholic University in Lviv, Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter der EKD, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Dt. Kommission Justitia et Pax, Erzbischof von Paderborn. Moderation Dr. Jörg Lüer, Geschäftsführer von J&P.
24./25.10. Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen / DGVN in Osnabrück: Empfang im Historischen Rathaus des Westfälischen Friedens durch Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. (Ich war von 1999-2022 Mitglied des DGVN-Vorstandes, seitdem Mitglied des Präsidiums)
Diskussionsveranstaltung zur „Zukunft der UN in einer sich wandelnden Welt“: Videobotschaft von Boris Pistorius, Verteidigungsminister, lange OB von OS. Auf dem Podium Dr. Daniela Kroslak, ehem. Beigeordnete UN-Generalsekretärin mit 20-jähriger UN-Erfahrung, und Botschafter a.D. Martin Kobler, wohl der deutsche Diplomat mit den meisten Spitzenverwendungen in UN-Missionen (Afghanistan, Irak, Kongo, Libyen, Botschafter in Kairo, Bagdad und Islamabad. Moderation durch den DGVN-Vorsitzenden Ekkehard Griep. Ein äußerst ertragreicher Abend mit zwei erfahrungsreichen und führenden UN-Praktiker:innen. Von Martin Kobler ist gerade sein Buch „Weltenbeben – Europas Chance auf neue Strahlkraft“ erschienen. (Martin ist mir seit seiner Arbeit im Büro von Außenminister Joschka Fischer ab 1998 immer wieder begegnet, bei Afghanistan, Irak, Kongo und Tagen des Peacekeepers hatten wir immer wieder miteinander zu tun.)
Mitgliederversammlung: Berichte von Vorstand, Generalsekretär, Landesverbänden (inzwischen zehn), Anträge, Markt der Möglichkeiten. Sehr konstruktive Aussprachen. An den TOP`s Strategieprozess der DGVN, Vorstellung Junge DGVN, Projekt „Bike the Line“, Treffen von Arbeitskreisen, Diskussion zur dt. UN-Politik mit Holger Dreiseitl, Leiter OR-Stab im AA, Austausch zur Umsetzung des Jahresthemas 2026 kann ich nicht mehr teilnehmen. Viele erfreuliche und spannende Neu- und Wiederbegegnungen.
28.10. „Die scharfe Seite deutscher Auslandseinsätze: Auszüge aus dem Bericht der Kommission zum Einsatz des G36-Gewehres in Gefechtssituationen vor 10 Jahren“ (aktuelle Vorbemer-kung, Vorwort des Kommissionsvorsitzenden W.N., zentrale Feststellungen zum Untersuchungs-ergebnis, Gesamtübersicht über scharfe G36-Einsätze bei allen Einsätzen, insbesondere Afghani-stan, Nutzung und Stellenwert des G36 im AFG-Einsatz, abschließende Bemerkungen der Kommissionsmitglieder Nachtwei und Königshaus) auf https://domainhafen.org/2025/10/28/die-scharfe-seite-deutscher-auslandseinsaetze-auszuege-aus-dem-bericht-der-kommission-zum-einsatz-des-g36-gewehres-in-gefechtssituationen-vor-10-jahren/ mit Dank an das herausragende Team und Impressionen auf https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7388939252996399106/
Vorbemerkung: „Am 2. April 2015 erhielt ich einen überraschenden Anruf von Verteidigungs-ministerin von der Leyen, ob ich den Vorsitz einer geplanten G36-Kommission übernehmen könne. Seit Jahren gab es erhebliche Querelen um die angebliche Ungenauigkeit des Standard-Sturm-gewehrs G36 der Bundeswehr. Ich bin kein Waffenexperte, stimmte aber der Anfrage zu. Bis 2009 war ich an 70 Mandatsentscheidungen zu Auslandseinsätzen beteiligt (davon 20 zu Afghanistan) und stand damit in Mitverantwortung. Jetzt ergab sich die Möglichkeit, als erster parlamentarischer Mitauftraggeber uneingeschränkt Einblick zu bekommen in die scharfe Seite der Einsätze und ihre menschlichen Folgen. Damit hatte die Kommissionsarbeit für mich auch die Dimension einer parlamentarischen Selbstprüfung.“ Dankschreiben an die elf Mitglieder des Teams Untersuchungs-ausschuss: „Im klaren Konsens, ohne Rücksicht auf politische Partikularinteressen zum Besten unserer Soldaten und ihrer Auftragser-füllung zu wirken, arbeitete unsere zivil-militärische Untersuchungsgemeinschaft ausgesprochen konstruktiv, produktiv und kameradschaftlich zusammen – mit bestmöglichem Ergebnis in der Sache.“
30.10. Mehrstündiges Interview von L.C. mit mir im Rahmen des Buchprojektes zu meiner kurvenreichen friedens- und sicherheitspolitischen Langstrecke: Nach etlichen Interviews zu meinen Lebens- und Arbeitsabschnitten heute zu friedens- und sicherheitspolitischen Einzelthemen.