Bericht und Reden von der Kundgebung zum 4. Jahrestag des russischen Großangriffs auf die Ukraine in Münster – Für NEUE SOLIDARITÄT!

Die russische Terrorkriegführung gegen die Energieinfrastruktur der Ukraine soll die Zivilbevölkerung zermürben, regelrecht erwürgen oder in die Flucht schlagen. Die Reden machen deutlich, wie dieser Krieg auch uns angeht und eine NEUE SOLIDARITÄT erfordert.

Kundgebung zum 4. Jahrestag des russischen Großangriffs auf die Ukraine am 21. Februar 2026 vor dem Historischen Rathaus von Münster – Bericht und meiner Rede

Winfried Nachtwei (23.02.2026)

Aufgerufen hatten zur Kundgebung und Demonstration wie in den Vorjahren wieder die Vereine UAre Greven, Ukraine Hilfe aus aller Welt, und Ukrainische Sprache und Kultur, die Abteilung Weltkirche im Bistum Münster und die Gesellschaft für bedrohte Völker. Von traditionellen Friedensgruppen wie FIM, DFG-VK, Pax Christi gab es keine unterstützende Äußerung und keine sichtbare Präsenz.

In diesem Jahr beginnt die Veranstaltung direkt mit einer Kundgebung auf dem Prinzipal-markt vor dem Historischen Rathaus und endet mit einer Demonstration zum Aasee. Rund 200 Menschen sind gekommen, viele mit dem ukrainischen Blau-Gelb, etliche halten selbst gefertigte Plakate und Transparente. Vor dem Stadtweinhaus halten Frauen und wenige Männer eine rund 15 Meter lange ukrainische Fahne. Davor ist auf dem Bürgersteig mit Plastikfolie der Grundriss der Ukraine mit Teelichtern nachgebildet, durchtrennt von den Flammen der Front. In der Fläche Bilder von der Ukraine in Krieg, Blumen und Kerzen, Informationen zur Repression im besetzten Osten: „Missachtung der Menschenrechte, keine Pressefreiheit, keine Vielfalt, keine medizinische Versorgung für Menschen ohne russischen Pass, keine ukrainischen Bücher, Zeitungen, Radio-, Fernsehsendungen, „Umerziehung“ von ca. 20.000 entführten ukrainischen Kindern, Okkupation! Kein Frieden! (…)“

Die Kundgebung beginnt mit der ukrainischen Nationalhymne, die besonders ernst und kräftig mitgesungen wird. Mir geht der Gesang, die tiefe Bewegung der Singenden, denen ihre getöteten, vertriebenen Angehörigen und Freunde jetzt besonders nahe sind, zu Herzen.

Es folgen fünf Redebeiträge, dazwischen mehrere Lieder, Gebet eines ukrainischen Priesters, ein Gruppentanz und Kinder, die gebastelte Engel aufhängen. Nach der ersten Protestkundgebung am 2. Kriegstag, als an diesem Platz 5.000 Menschen zusammenkamen, ist es heute hier die siebte Kundgebung – viermal zu Jahrestagen, dreimal zum Unabhängigkeitstag am 24. August.

Erste Rednerin ist Mariya Sharko, Vorsitzende des Vereins „Ukrainische Sprache und Kultur in Münster“ und Mitorganisatorin der Kundgebungen seit Kriegsbeginn: „Wir haben gelernt, uns gegenseitig zu tragen. Aber ich sage auch offen: Es ist schwer. Vier Jahre sind lang, und wir sind müde, haben geliebte Menschen verloren, und unsere Kinder wachsen mit Sirenen statt mit Schlafliedern auf.“ Die Ukraine kämpfe um ihre Freiheit, selbst entscheiden zu können, „wie wir leben wollen.“ Jetzt sei der Winter zur Waffe geworden. Ohne Strom, ohne Wasser, Heizung. „Und trotzdem stehen sie auf, jeden Tag.“ Aufgeben werde man aber nicht. „Wenn wir aufgeben, verlieren nicht nur unser Land. Wir verlieren das Recht, wir selbst zu sein.“ Die Solidarität, die sie und alle Ukrainer in Münster täglich erfahren, sei „ein Licht in dunklen Nächten und Wärme in einem eisigen Winter.“ Auch wenn der Krieg ihrem Volk viel genommen habe, sei der Wille, frei zu sein, noch immer ungebrochen. Freiheit sei nicht kostenlos. „Wir wünschen Frieden, gerechten Frieden!“ (Teilweise nach dem Bericht von Helmut P. Etzkorn in den Westfälischen Nachrichten 23.02.)

Der neue „Oberbürgermeister Tilman Fuchs betont die „ungebrochene Solidarität der Menschen in Münster“ Gerade in einer Stadt, wo mit dem Westfälischen Frieden das Fundament für das moderne Völkerrecht gelegt wurde, spüre man das Unrecht des russischen Angriffskrieges besonders deutlich. Auch deshalb stehe man „mit klarer Haltung fest an der Seite unserer Freundinnen und Freunde in der Ukraine – heute, morgen und so lange es nötig ist.“ Als Beispiele für das münsterische Engagement nennt Fuchs die lebendige Solidaritätspartnerschaft mit Winnyzja und die noch bis zum 25. Februar dauernden Ukraine-Tage, bei denen sich ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Akteure für Solidarität, Begegnung und kulturellen Austausch einsetzt.“ (WN-Bericht)

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn berichtet von der Unterstützung des Bistums und seinem Besuch auf dem Soldatenfriedhof in Lemberg. Zekorn: „An en Räbern bin ich den Angehörigen von Gefallenen begegnet. Gespräch, die sich tief in meine Seele eingegraben haben.“ Zekorn fordert Deutschland und ganz Europa auf, die Unterstützung der Ukraine noch stärker als wichtige Aufgabe anzusehen. Putin gehe es um die Wiedererrichtung eines großrussischen Reichs, und es würden weitere Schritte der Rückeroberung folgen, wenn die Terroristen im Kreml nicht gestoppt würden.“ (WN-Bericht)

Kajo Schukalla von der Gesellschaft für bedrohte Völker „appelliert. Der Wsten müsse gerade angesichts der Trump-Abkehr von der Ukraine mehr tun zur Verteidigungsfähigkeit des Landes. „Materielle Unterstützung ist jetzt wichtiger als warme Worte“, so der Menschenrechtler.“ (WN-Bericht)

Meine Rede (Ergänzungen gegenüber dem gesprochenen Wort kursiv.)

Willkommen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Freundinnen und Freunde, vorm Rathaus des Westfälischen Friedens. Vielen Dank für Ihr HINSEHEN, wo so viele WEGSEHEN.

Luftalalarme: Gestern erschien in der Frankfurter Neuen Presse ein Artikel zu den Luftalarmen vor Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen in der Ukraine, zur Hälfte spätabends und nachts. Zur Zeit gibt es für 36% der Ukraine Luftalarm, zuletzt in der Region Cherson seit 7:48 Uhr (bisher über 4 Stunden), Charkiw seit 5:44 (über 6 Stunden), Dnipro seit 19.02. 23:00, und viele andere Regionen. ( https://air-alarms.in.ua/en . Insgesamt gab es seit Kriegsbeginn in der Region Kiew 2.800 Luftalarme, in Cherson 4.000, in Charkiw 7.800 ( in Münsters Partnerstadt Winnyzja 1.800). Landesweit in den Regionen im Durchschnitt 4.000 Luftalarme (im Frontgebiert 7.000), d.h. im Durchschnitt fünfeinhalb Monate seit 2022 in Kellern, Schutzräumen, U-Bahn-Tunnel. Stellt Euch das vor: Was machen die ständigen Warnungen, die Angst vor Einschlägen mit den Menschen, vor allem den Kindern! Tausende Stunden voller Angst, fehlender Schlaf und Schulausfall. (Bericht von Save the Children über die Wirkungen des Dauertress bei Kindern: https://www.fnp.de/na-pressemitteilungen/kindheit-in-angst-ukraine-erlebte-seit-2022-tausende-stunden-luftalarm-zr-94176887.html )

Drohnenangriffe: Der Hohe Kommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen berichtete kürzlich: Russland habe in 2025 die Ukraine mit mehr als 53.000 Kamikaze-(Einweg)-Langstrecken-Drohnen angegriffen. Mindestens 2.500 Zivilisten seien getötet und über 12.000 verletzt worden, gegenüber 2024 eine Steigerung von 31%. Durch Kurzstrecken-Drohnen seien allein 577 getötet und 3.300 verletzt wurden. Ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 120%. Drohnen-Videos auf Telegram-Kanälen, die dem russischen Militär nahestehen, belegen, dass die russische Armee Jagd auf Zivilisten macht – auf freiwillige Helfer, Rettungskräfte, Journalisten, Marktstände, Spaziergänger. Laut Recherchen der Deutschen Welle üben angehende Drohnen-Piloten an Zivilisten. Die unabhängige internationale Untersuchungskommission der VN zur Ukraine stufte im Mai 2025 die Drohnen-Morde an Zivilisten in der Region Cherson als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Eine Langstrecken-Drohne heißt „Geran“ (Geranie), die begleitende Attrappen-Drohne „Gerbera“. (vgl. Yelizaveta Landenberger, Schöne neue Drohnenwelt, FAZ 12.02.2026, https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-drohnenkrieg-in-der-ukraine-accg-110835311.html )

Kältekrieg gegen die Schwächsten: Seit Jahren greift Russland mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen die Energieinfrastruktur der Ukraine an. Im kältesten Winter seit 15 Jahren erreicht der Terror gegen die Zivilbevölkerung seinen Höhepunkt. Durch Blackout und Kälte sollen die Menschen zermürbt, regelrecht erwürgt werden. Das trifft vor allem die Schwächsten, Alte, Bettlägerige, Eltern mit Kleinkindern in Wohnhochhäusern mit bis über 20 Stockwerken, wo Aufzüge still sehen. Im Hochhausviertel Trojeschtschyna in Kiew waren im Januar 700 große Wohnblocks ohne Heizung.

Lichtblicke: In dieser extremen Not sind Hilfsaktionen wie „1000 Lichter für die Ukraine“ oder „Notfallkocher für die Ukraine“ Abertausende Lichtblicke. In einem Keller unter dem Franziskus-Hospital fertigen Dutzende ukrainische Frauen Tag für Tag aus Wachsresten und Blechdosen Dosenkerzen, die über mehre Stunden im Krankenzimmer wie im Schützengraben Wärme spenden und kleine, aber wirksame Nothelfer gegen Kälte und Düsternis sind. Ermutigend ist, wie sehr sich dabei kirchliche Kreise engagieren und die Berichterstattung der Westfälischen Nachrichten die Hilfsbereitschaft beim Spenden von Wachsresten weiter beflügelten. Riesendank dem Verein Ukrainische Sprache und Kultur, dem Künstlerkollektiv „Vierwärts“, den aktiven Gemeinden und vielen Helferinnen für die Welle der Hilfsbereitschaft. (starker Beifall, https://www.vierwaerts.de/ ; https://www.wn.de/muensterland/kreis-coesfeld/nottuln/grosse-anerkennung-fuer-den-notfallkocher-3167099 )

Nacht über Kiew“: Am 4. Februar erschien in der FAZ ein aufrüttelnder Artikel der Osteuropa-Fachmänner Gerd Koenen und Karl Schlögel, dem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels von 2025: Nacht über Kiew – Je weniger Putin den Krieg gewinnt, umso grausamer führt er ihn. Die Ukraine braucht jetzt von Europa eine neue Solidarität.

Das Schicksal der Ukraine wird jetzt entschieden, in diesen Tage, und das unsere in vieler Hinsicht mit. (…)“ Seit dem Februar „sind wir in den Nachrichten jedes Tages, jeder Nacht indirekte Zeugen gezielter und flächendeckender Angriffe. Nichts und niemand wird geschont: Wohnviertel, Krankenhäuser, Museen, Schulen, Kinderspielplätze, Kirchen, Supermärkte. Jeder Angriff soll zeigen: Es gibt keinen Schutz, nicht einmal fernab der Front im Westen des Landes. (…) Das Ziel ist klar: die Städte unbewohnbar und unlebbar zu machen, sie zu entvölkern, die Bevölkerung in die Knie und das Land in die Kapitulation zu zwingen. (…) Jetzt, am Vorabend des vierten Jahrestages der Invasion, da die Ukraine sich gegen den unmenschlichen Angriff eines übermächtigen Aggressors auf ihre Lebensgrundlagen, ihre frei gewählte Lebensform, ihre staatliche Existenzbehaupten muss, wäre der genau richtige Zeitpunkt, um die vielen persönlichen Hilfsbereitschaften und Einzelaktionen in einem größeren Rahmen sichtbar zusammenzuführen (…). Was die Regierung an finanzieller und militärischer Hilfe leistet – oder auch verweigert, was die Lieferung von Waffensystemen, die die Quellen des Dauerbeschusses der ukrainische Städte wirksam treffen könnten -, ist eine Sache. Jenseits dessen wäre es hier und jetzt aber die Sache des Bundespräsidenten, der Medien, der Kommunen, der Berufsverbände, der Gewerkschaften, der Kirchen und aller Einzelnen, in einer koordinierten, vielseitigen Hilfs- und Spendenaktion noch einmal politisch sichtbar zu machen, was die Zivilgesellschaft dieses Landes unserem bedrängten Nachbarn in dieser extremen Notsituation als Expresshilfe zu leisten bereit ist, dem alten Motto folgend: „ Für eure und für unsere Freiheit“.“ „Jetzt entscheidet sich das Schicksal der Ukraine“: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ukraine-krieg-wie-wladimir-putin-den-winter-zur-waffe-macht-accg-110830276.html )

Es lebe die Ukraine! Slava Ukrajinu!

(Meine Reden vom 25.02.2022., dem zweiten Kriegstag, und allen Jahres- und Unabhängigkeitstagen seitdem auf www.domainhafen.org jeweils kurz nach dem jeweiligen Datum)

Als letzte spricht Olga Stromberger, Mitorganisatorin der Kundgebungen seit Kriegsbeginn – spontan, völlig frei, sehr lebhaft und energisch:

Gestern habe sie zu Hause einen Rohrbruch gehabt. Einen Tag und eine Nacht hatte sie damit zu tun. Das habe sie schon dünnhäutig gemacht. Da habe sie gemerkt, wie wenig Ahnung sie davon habe, was die Menschen in der Ukraine durchmachen. (…)

Sie bitte alle, endlich mal zuzuschauen. „Vielen Dank an die, die jedes Mal dabei sind. Vielen Dank den Leuten, die heute zum ersten Mal dabei sind und endlich hinschauen, Herzlichen Dank!“ Man müsse einsehen, dass das eigene friedliche Leben von diesem Krieg genauso abhänge wie bei den Menschen in der Ukraine. Das gehe uns alle an!

Wir haben damals die Sicherheit in die Hände von den anderen gelegt. Wir haben gehofft, wir werden solche Papiere unterzeichnen, dann werden sie, die Mächtigen, uns schützen. Die eine Seite hat uns angegriffen. Die andere zwingt uns jetzt in die Okkupation. Die dritte hat keine politischen Idee und keinen Mut, was auch verständlich ist, uns wirklich mit aller Kraft zu unterstützen. Rechtzeitig und genug Sachen und Waffen liefern, damit einige mehr überlegen können. Wir haben doch gesehen, wozu die Ukraine in der Lage ist, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommt, wenn sie technische Möglichkeiten bekommt.“ Als die Leute 2022 Schlange standen, um ihr Land zu verteidigen, habe es zu lange gedauert, bis überhaupt was zustande kam. Jede Verzögerung habe sehr viele Menschenleben gekostet. Solche Verzögerungen liefere ein einziges Signal an Putin. „Wir sind schwach! (…)

Ich bin entsetzt. Ich bin wütend.“  Wir stünden gerade an einer Scheidelinie. „Wenn wir die verpassen, dann können demnächst aus dem ukrainischen Lwiw Oreschniks (zweistufige mobile Mittelstrecken-rakete mit sechs Gefechtsköpfen, Einsätze gegen die Ukraine bisher im November 2025 und Januar 2026) fliegen, wie sie bisher von der Krim abgeschossen wurden. Da müssen wir doch lernen aus den Fehlern der Ukraine.

Ich danke Ihnen für so viel Geduld. Und ich hoffe, Ihnen nicht zu nahe gekommen zu sein. Wir reden jedes Jahr über Dasselbe: Freiheit, Frieden … alles so wichtig. Aber schauen Sie mal, wie viele wir sind. Sind wir 200? 200 habe ich angemeldet. 200 Menschen. Wo sind die anderen? Wo sind die? (Beifall) Wieso? Wir können nicht allein so stehen! Am zweiten Tag nach dem großen Kriegsangriff war die ganze Fläche hier voller Menschen. Man konnte gar nicht durchkommen. Wir sagen „ich bin auch müde“. (…) Aber wir können uns das leisten.

Ich möchte, dass meine Kinder im freien, demokratischen Deutschland ihr Leben führen können.

Und ich lade jede und jeden ein, das nicht noch mal als Ukrainekrieg zu bezeichnen und uns dementsprechend zu unterstützen. So, wie man das für sich tun würde. Ich danke Ihnen.“

Anmerkung:

Eine so rücksichtslos-ehrliche, verzweifelte wie starke und aufrüttelnde Rede habe ich sehr lange nicht erlebt. Olga hat leidenschaftlich ausgesprochen, was viele denken, aber lieber nicht in der Öffentlichkeit sagen. Unabgesprochen gehen ihre Botschaft und der von mir zitierte Aufruf von Gerd Koenen und Karl Schlögel voll in dieselbe Richtung: Angesichts der extremen Notsituation der Ukraine die Dringlichkeit einer NEUEN zivilgesellschaftlichen Solidarität: „Für Eure und für unsere Freiheit!“

Es ist sehr bedauerlich, dass die beiden letzten Reden, die Ausnahmerede von Olga Stromberger und der Not-Aufruf von Koenen und Schlögel in dem umfassenden WN-Artikel keinerlei Berücksichtigung fanden.

Am 25. Februar 2022, dem zweiten Kriegstag, beendete ich meine Rede in Münster vor 5.000 Menschen mit den Worten: „Ich habe hier schon viele Friedenskundgebungen erlebt, zum Beispiel 1991 mit 8.000 Menschen gegen den drohenden Golfkrieg.  Toll, dass heute so viele gekommen sind. Aber es sollte der Auftakt sein für eine Solidaritätsbewegung für Frieden und gegen Aggression in Europa!!  Jetzt geht es um Frieden in Europa, in unserem eigenen Haus!“ ( https://domainhafen.org/2022/02/25/166/ )

Die von mir geäußerte Hoffnung hat sich zum Teil erfüllt: auf politischer Ebene und in zahllosen Initiativen und Partnerschaften einer praktischen Solidarität und Hilfe. Nicht zustande kam nach ersten Großdemonstrationen eine breite politische Solidaritätsbewegung gegen die russische Aggression und für die Überlebenshilfe für die Ukraine. Die Masse der traditionellen Friedensbewegung wandte sich schnell gegen Beistand durch Waffenlieferungen für die Ukraine, kehrte in ihr altes Weltbild zurück und praktizierte über eine floskelhafte Verurteilung des russischen Angriffskrieges hinaus Wegsehen und Schweigen gegenüber dem Leid der terrorisierten ukrainischen Zivilbevölkerung. ( https://domainhafen.org/2025/10/14/glaubwuerdig-friedensunfaehig-bericht-zur-demo-nie-wieder-kriegstuechtig-am-3-oktober-in-berlin/ )

ProPeace, vormals das vor 30 Jahren gegründete forumZFD, zeigt demgegenüber vorbildlich, was zivile Friedensarbeit gerade auch unter den Kriegsbedingungen der Ukraine leisten kann: Sie trägt praktisch zum Zusammenhalt und zur Resilienz einer Gesellschaft im Krieg und zur Vorbereitung auf die Zeit nach dem Krieg bei. ( https://www.propeace.de/de/ukraine-barbarei-des-krieges?tw_cid=69971ec1c3bff&mtm_campaign=newsletter-20260222-ukraine&mtm_kwd=interview-zornitsa

 

 

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